Ein kurzer Moment der Ablenkung, ein verhängnisvoller Irrtum – und eine Familie in Spanien steht vor dem Unfassbaren.
In der galicischen Gemeinde Brión ist ein zweijähriges Mädchen gestorben, nachdem es stundenlang allein im Familienauto zurückgeblieben war. Den Ausgangspunkt des Unglücks bildete ein gewöhnlicher Morgen: Der Vater brachte sein älteres Kind zur Schule, wurde während der Fahrt durch ein Telefonat abgelenkt und fuhr anschließend direkt zu seinem Arbeitsplatz, der sich im Keller des Familienhauses befindet – ohne zu bemerken, dass seine jüngere Tochter noch im Kindersitz auf der Rückbank saß.
Tragisches Ende
Erst am Nachmittag fiel das Verschwinden des Mädchens auf, als die Mutter es vom Kindergarten abholen wollte und dort erfuhr, dass das Kind den Tag über gar nicht erschienen war. Die anhaltend hohen Temperaturen und die lange Verweildauer im geschlossenen Fahrzeug hatten bei dem Kleinkind zu schwerer Dehydrierung geführt. Obwohl das Mädchen noch in das medizinische Versorgungszentrum in Bertamiráns gebracht wurde, konnte es nicht mehr gerettet werden – sein Zustand war bei der Einlieferung bereits zu kritisch.
Solche Tragödien sind keine Einzelfälle: Laut einer Auswertung der Organisation Kids and Car Safety und der US-Wetterbehörde NOAA sterben in den USA im Durchschnitt etwa 38 Kinder pro Jahr daran, dass sie in überhitzten Fahrzeugen zurückgelassen werden.
Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Das psychologische Interventionsteam für Katastrophenfälle betreut inzwischen die Angehörigen der Familie, wie die Notrufzentrale 112 bestätigte.