Traktoren statt Transparente: Österreichs Landwirte brachten ihre Botschaft direkt ins Herz der Hauptstadt.
Am Donnerstagnachmittag rollten Traktoren durch die Wiener Innenstadt – diesmal waren es nicht Studierende, die für Aufmerksamkeit sorgten, sondern Bäuerinnen und Bauern, die unter dem Motto „Stirbt der Bauer, stirbt das Land“ ihren Unmut auf die Straße trugen.
Die Forderungen, die das Bündnis Zukunft Landwirtschaft als Veranstalter an die Bundesregierung richtet, sind konkret: eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln, ein spürbarer Bürokratieabbau sowie faire wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die heimische Landwirtschaft. Letzteres schließt einen Inflationsausgleich ebenso ein wie eine stärkere Anerkennung der ökosozialen Leistungen, die Landwirtinnen und Landwirte tagtäglich erbringen.
Wiener Protestzug
Die Kundgebung nahm um 14 Uhr ihren Ausgang am Wiener Ballhausplatz. Laut Angaben der Veranstalter wurden bis zu 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie rund 20 Traktoren erwartet. Ab 15 Uhr setzte sich der Demonstrationszug durch Wien-Innere Stadt in Bewegung – begleitet von einem weithin hörbaren Hupkonzert der schweren Fahrzeuge.
Der Zug führte über die Schauflergasse, die Augustinerstraße, die Walfischgasse und die Schwarzenbergstraße. Als Ziel der Abschlusskundgebung war das Finanzministerium in der Johannesgasse vorgesehen, das Ende der Veranstaltung für etwa 16 Uhr angesetzt.
Für den Donnerstagnachmittag war in Wien-Innere Stadt mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Bereits am Vortag hatte eine Uni-Demo mit tausenden Beteiligten rund um den Ring für erhebliche Einschränkungen gesorgt.
Nicht der erste Auftritt
Für das Bündnis Zukunft Landwirtschaft war es nicht der erste öffentliche Auftritt dieser Art: Im Jänner hatten sich laut Veranstalterangaben bereits 95 Traktoren an einer Protestaktion in Parndorf beteiligt.