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Börsendebüt

Ära der Billionäre – SpaceX-Börsengang katapultiert Elon Musk in neue Höhen

Ära der Billionäre – SpaceX-Börsengang katapultiert Elon Musk in neue Höhen
Foto: epa/ERIK S. LESSER
3 Min. Lesezeit |

SpaceX feiert einen Börsenstart der Superlative – doch hinter dem Kursfeuerwerk lauern Risiken, die Experten aufhorchen lassen.

Die SpaceX-Aktie legte am Freitag an der Technologiebörse Nasdaq einen spektakulären Auftakt hin: Zum Handelsbeginn um 9.30 Uhr Ortszeit notierte das Papier unter dem Kürzel SPCX bei 174 Dollar – ein Aufschlag von knapp 30 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis von 135 Dollar. Unternehmensgründer Elon Musk war nicht physisch vor Ort, verfolgte das Geschehen aber per Videoübertragung. Mit dem Börsengang ist Musk nun offiziell der erste Billionär der Welt.

Das Unternehmen wurde dabei mit 1,8 Billionen Dollar bewertet; das Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar macht diesen Börsengang zum größten in der Geschichte. Vorerst wurden lediglich fünf Prozent der Unternehmensanteile – entsprechend 555,6 Millionen Aktien – an den Markt gebracht. Zusätzlichen Nachfragedruck dürften in absehbarer Zeit Indexfonds erzeugen, darunter jene von FTSE und MSCI, die ihre Aufnahmeregeln angepasst haben, um die SpaceX-Aktie zügig in ihre Indizes integrieren zu können.

SpaceX im Überblick

Das 2002 von Elon Musk gegründete Unternehmen zeichnete im Jahr 2025 für mehr als die Hälfte aller Raketenstarts weltweit verantwortlich. Mit der Schwerlastrakete Starship verfolgt SpaceX das langfristige Ziel einer bemannten Marsmission. Das Satellitennetzwerk Starlink, das inzwischen mehr als 10.000 Satelliten im Erdorbit umfasst, wird für Internetversorgung, Mobiltelefonie sowie militärische Kommunikation genutzt.

Zum Konzern gehört außerdem der KI-Bereich xAI, der unter anderem den Chatbot Grok und das Online-Netzwerk X – ehemals Twitter – betreibt. Darüber hinaus plant SpaceX den Aufbau von Rechenzentren im Weltall.

Zweifel an Bewertung

Gleichzeitig wachsen die Zweifel an der Unternehmensbewertung. Im Börsenprospekt weist SpaceX für das vergangene Jahr einen Umsatz von knapp unter 19 Milliarden Dollar sowie einen Verlust von 4,3 Milliarden Dollar aus. Die Analysten von Morningstar errechneten einen fairen Wert von lediglich 780 Milliarden Dollar – weniger als die Hälfte der aktuellen Bewertung.

Florian Beckermann vom Interessenverband der Anleger warnte vor einer „Bruchlandung“ der Aktie. Die Euphorie an den Märkten befeuere Spekulationskäufe. In Österreich wurde das Papier im Vorfeld des Börsengangs nicht angeboten – wer die Aktie haben wollte, musste zu Brokern in Drittstaaten ausweichen.

Als weiteres Kursrisiko nennt Beckermann SpaceX-Gründer Elon Musk persönlich, der zuletzt auch durch einen Hitlergruß von sich reden machte. Seine öffentlichen Äußerungen, politischen Kontroversen und laufenden Rechtsstreitigkeiten könnten dem Kurs erheblich schaden.

Tatsächliche Gewinne erzielt SpaceX bislang ausschließlich mit dem Starlink-Satellitennetzwerk – im Jahr 2025 waren es mehr als sieben Milliarden Dollar. Alle übrigen Geschäftsbereiche schreiben rote Zahlen. Das KI-Segment einschließlich der geplanten Weltraumrechenzentren wird zwar mit Hunderten Milliarden Dollar bewertet, substanzielle Erträge sind bislang jedoch nicht in Sicht.

Der KI-Chatbot Grok gilt im Vergleich zur Konkurrenz als rückständig und unzuverlässig. Musks Vorhaben, den Mars zu besiedeln, wird von Fachleuten als „Wahnvorstellung“ eingestuft. Bereits Ende August könnte es zu einem ersten Abverkauf kommen, wenn die Haltefristen für SpaceX-Manager und Mitarbeiter schrittweise auslaufen.

Immerhin rund 4.400 von ihnen könnten durch den Börsengang zu Millionären werden, wie die New York Times vorgerechnet hat.

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KO KOSMO-Redaktion
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