Ein Mann, eine ungewöhnliche Diagnose und eine Spendenaktion, die das Internet in Aufruhr versetzt – die Geschichte dahinter ist komplexer als sie scheint.
Michael Phillips aus Columbia, South Carolina, ist 38 Jahre alt – und er behauptet, den kleinsten Penis der Welt zu besitzen. Im erigierten Zustand messe sein Glied gerade einmal knapp 0,97 Zentimeter. Doch damit soll es bald vorbei sein: Ein operativer Eingriff in einer Klinik nahe seinem Wohnort Blacksburg, Virginia, soll das ändern. Obwohl ein bekannter Schönheitschirurg aus Beverly Hills, Kalifornien, angeboten hatte, den Eingriff kostenlos vorzunehmen, entschied sich Phillips bewusst für eine lokale Klinik.
Medizinisch gesehen gilt bei Erwachsenen eine erigierte Länge von weniger als etwa 7 Zentimetern als Mikropenis – die von Phillips angegebenen 0,97 Zentimeter lägen damit weit unter dieser Schwelle. Die Erkrankung ist selten und betrifft etwa einen von 300 männlichen Neugeborenen. Chirurgische Penisvergrößerungen können im schlaffen Zustand typischerweise einen Längenzuwachs von etwa 2 bis 3 Zentimetern erreichen, während der Gewinn im erigierten Zustand meist deutlich geringer ausfällt.
Einem breiteren Publikum wurde seine Geschichte durch die britische Fernsehsendung „This Morning“ bekannt. Bevor Phillips dort auftreten durfte, musste er der Produktion gegenüber nachweisen, dass sein Mikropenis tatsächlich existiert. Die mediale Aufmerksamkeit hat zwar das Bewusstsein für seine Erkrankung gestärkt – gleichzeitig aber auch die emotionale Belastung weiter erhöht.
Erfolgreiche Spendenaktion
Um die Kosten des Eingriffs stemmen zu können, rief Phillips eine Spendenaktion ins Leben. Laut einem Bericht von „The Guardian“ verlief diese überaus erfolgreich: Knapp 260 Unterstützer sammelten insgesamt rund 13.000 Dollar – umgerechnet etwa 11.360 Euro. „Ich hätte nie gedacht, dass sich jemand so sehr um mich kümmern würde, dass er mir helfen will“, sagte Phillips in einem Interview. Der geplante Eingriff soll dabei nicht nur seinen Mikropenis verlängern, sondern auch bestehende Harnwegsprobleme lindern.
Auf der Spendenplattform schildert Phillips offen, welche Einschränkungen ihm sein Zustand im Alltag bereitet. „Im Laufe der Jahre wurde in Nachrichten und im Fernsehen über meine Geschichte berichtet; das hat zwar das Bewusstsein für meine Erkrankung geschärft, aber auch die emotionale Last, die ich trage, vergrößert.“ Er habe „hart gearbeitet und so viel Geld wie möglich für die Kosten der Operation und der Injektionen gespart“. An ein Sexualleben sei derzeit nicht zu denken.
Kurz darauf veröffentlichte Phillips ein Update auf der Spendenplattform: „Da meine Geschichte kürzlich in den Medien aufgegriffen wurde, hat diese Spendenaktion das ursprüngliche Ziel übertroffen. Vielen Dank an alle, die gespendet haben!“ Die ursprünglich geschätzten Kosten für den Eingriff lagen bei 6.000 US-Dollar zuzüglich Steuern. Die zusätzlich gesammelten Gelder sollen die endgültigen medizinischen Kosten, notwendige Medikamente sowie Reise- und Unterkunftskosten decken.
Zweifel im Netz
Trotz der breiten Solidarität, die Phillips erfahren hat, kursieren laut „The Guardian“ im Netz erhebliche Zweifel daran, ob seine Geschichte der Wahrheit entspricht. Phillips selbst hält an seinen Angaben fest und gibt an, dass er sich von dem bevorstehenden Eingriff eine spürbare Verbesserung seiner Lebensqualität erhofft.