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Brandanschlag

Medjugorje-Verdächtiger war bekannter Pilger und Filmfigur

Medjugorje-Verdächtiger war bekannter Pilger und Filmfigur
Foto: Zu Fuß zu Maria/Facebook
4 Min. Lesezeit |

Vom Pilger zum Verdächtigen: Wer ist der in Medjugorje festgenommene Pole?

Vor neun Jahren ging er zu Fuß von Warschau nach Medjugorje und berichtete öffentlich über seine Hinwendung zum Glauben. Nun soll derselbe Mann hinter der Verwüstung mehrerer religiöser Stätten stehen.

Nach dem Brand am Außenaltar der St.-Jakobus-Kirche und der Beschädigung mehrerer Marienstatuen in Medjugorje wurde ein 31-jähriger polnischer Staatsbürger festgenommen. Der in Warschau geborene Mann wurde im Ort Cerno bei Ljubuški aufgegriffen und befindet sich in Polizeigewahrsam. Ihm wird vorgeworfen, den Außenaltar angezündet, Statuen beschmiert und Botschaften gegen Medjugorje, die Gottesmutter Maria und die sogenannten Seher hinterlassen zu haben.

Medien in Bosnien-Herzegowina berichten, dass es sich bei dem Verdächtigen um Bartłomiej Włodzimierz Krakowiak handeln soll. Offiziell bestätigt wurde dieser Name von den zuständigen Behörden bislang jedoch nicht. Auch über das Motiv und die Ergebnisse der kriminalpolizeilichen Ermittlungen lagen zunächst keine näheren Angaben vor. Für den Festgenommenen gilt die Unschuldsvermutung.

Zu Fuß von Warschau nach Medjugorje

Sollte sich die Identität bestätigen, wäre die Vorgeschichte des Verdächtigen besonders bemerkenswert: Krakowiak wurde 2017 in katholischen Medien bekannt, nachdem er sich im Alter von 22 Jahren zu Fuß von Warschau nach Medjugorje aufgemacht hatte. Die rund 1.300 Kilometer lange Reise verstand er nach eigenen Angaben als spirituellen Neuanfang und als Versuch, nach einer persönlichen Krise wieder zum Glauben zurückzufinden.

Unter dem Namen „Z buta do Maryi“, auf Deutsch etwa „Zu Fuß zu Maria“, dokumentierte er seine Reise in den sozialen Medien. Seine täglichen Berichte fanden rasch Tausende Leser. Nach 57 Tagen soll er am 1. August 2017 in Medjugorje angekommen sein. Später veröffentlichte er seine Aufzeichnungen auch als Buch.

Schwierige Kindheit und persönliche Krisen

Krakowiak sprach in Interviews und religiösen Veranstaltungen ausführlich über seine Vergangenheit. Nach seinen eigenen Schilderungen wuchs er in einem von Alkoholproblemen, Gewalt und ständigen Konflikten geprägten familiären Umfeld auf. Bereits als Jugendlicher sei er mit Alkohol und Drogen in Kontakt gekommen, habe die Schule vernachlässigt und sei schließlich in einer Erziehungseinrichtung sowie später in einer Suchttherapie gelandet.

Als einschneidendes Erlebnis beschrieb er den Verlust seines ungeborenen Kindes durch eine Fehlgeburt seiner damaligen Partnerin. Dieses Ereignis habe ihn dazu bewegt, sich erstmals intensiver mit dem Glauben auseinanderzusetzen. Später berichtete er jedoch auch von erneuten persönlichen Krisen und davon, sich zeitweise wieder von der Religion entfernt zu haben.

Auftritte in Kirchen, Schulen und Gefängnissen

Nach seiner Pilgerreise trat Krakowiak nach eigenen Angaben in Kirchen, Schulen, Gefängnissen und Erziehungseinrichtungen auf. Dort erzählte er von seiner Kindheit, seinen früheren Suchtproblemen und seiner religiösen Veränderung. Seine Geschichte wurde in Teilen der polnischen katholischen Öffentlichkeit als Beispiel für Umkehr und einen Neuanfang dargestellt.

Im Jahr 2024 wurde Krakowiaks Lebensgeschichte sogar Teil des polnischen Films „Powołany 2“. Der religiöse Spiel- und Dokumentarfilm verbindet eine fiktive Handlung mit vier realen Lebensgeschichten. Krakowiak wurde darin als Mann porträtiert, der in einer schweren Krise neuen Lebensmut durch den Glauben und seine Pilgerreise nach Medjugorje gefunden habe. Der Film kam am 1. März 2024 in die polnischen Kinos.

Motiv weiterhin völlig unklar

Umso größer ist nun der Widerspruch zwischen Krakowiaks früheren öffentlichen Aussagen und den aktuellen Vorwürfen. Medjugorje hatte er jahrelang als wichtigen Ort seiner persönlichen Rückkehr zum Glauben beschrieben. Weshalb er nun ausgerechnet dort religiöse Symbole beschädigt und den Außenaltar angezündet haben soll, ist bislang ungeklärt.

Die Polizei hat weder das Motiv noch den vollständigen Namen des Verdächtigen offiziell bekannt gegeben. Erst die weiteren Ermittlungen müssen zeigen, ob der in den Medien genannte ehemalige Pilger tatsächlich für sämtliche Beschädigungen verantwortlich ist und welche Hintergründe die Tat hatte.

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KO KOSMO-Redaktion
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