Serbien bringt sein Schienennetz auf Hochtouren – ein neuer Streckenabschnitt bringt das Land dem Anschluss an Europa näher.
Die Infrastruktur der Eisenbahnen Serbiens hat eine Präqualifikationsausschreibung für Bauleistungen am Abschnitt 3 der künftigen Schnellbahnstrecke Belgrad–Niš veröffentlicht. Der betreffende Streckenabschnitt umfasst die Teilstücke zwischen Paraćin, Trupale und Međurovo. Bewerbungen können bis zum 2. Oktober eingereicht werden.
Die Ausschreibung ist auf der Website der Infrastruktur der Eisenbahnen Serbiens, auf dem Fachportal für den Eisenbahnkorridor 10 sowie im Amtsblatt der Europäischen Union abrufbar.
Vergabe & Planung
Das internationale Vergabeverfahren folgt dem Modell „Planen und Bauen“ und schließt die Teilabschnitte Paraćin–Stalac, Djunis–Trupale sowie Trupale–Međurovo ein – ausgenommen bleibt das Teilstück Stalac–Djunis. Den Zuschlag erhält jener Bieter, dessen Angebot nach den festgelegten technischen und finanziellen Kriterien als das wirtschaftlich günstigste eingestuft wird.
Das Gesamtprojekt zur Rekonstruktion und Modernisierung der Strecke Belgrad–Niš sieht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 Kilometern pro Stunde vor. Nach Angaben der Infrastruktur der Eisenbahnen Serbiens wird die Verbindung damit zu den modernsten Eisenbahnkorridoren zählen, die Mitteleuropa mit Bulgarien, Griechenland und der Türkei verknüpfen.
Finanzierung & Dimension
Das Gesamtprojekt zur Modernisierung der rund 230 Kilometer langen Schnellbahnstrecke Belgrad–Niš ist mit Kosten von etwa 2,75 Milliarden bis 2,77 Milliarden Euro veranschlagt. Für die Finanzierung stellt die Europäische Union Serbien ein Paket von insgesamt rund 2,2 Milliarden Euro zur Verfügung, darin enthalten ist ein nicht rückzahlbarer Zuschuss von etwa 600 bis 610 Millionen Euro.
Nächste Projektschritte
Auf Basis der genehmigten Konzeptlösung müssen im weiteren Verlauf das Projekt für die Baugenehmigung, das Ausführungsprojekt sowie das Bestandsprojekt erarbeitet werden.
Die Modernisierung soll laut der Mitteilung nicht nur die Mobilität von Personen und Gütern verbessern, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region fördern, die Investitionstätigkeit ankurbeln und die regionale wie internationale Zusammenarbeit stärken.