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Verkehrsinnovation

KI regelt Grünphasen in Wien – Datenschützer sind skeptisch

KI regelt Grünphasen in Wien – Datenschützer sind skeptisch
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Wiens intelligente Ampeln erkennen, wer die Straße überqueren möchte. Menschen mit Gehhilfen, Rollstuhl oder Kinderwagen können automatisch mehr Zeit bekommen. Rund 30 dieser Anlagen sind bereits im Einsatz.

Wien setzt an immer mehr Fußgängerübergängen auf künstliche Intelligenz. Laut einem ORF-Bericht sind rund 30 intelligente Ampelanlagen in Betrieb. Seit 2019 werden die rund 200 bestehenden Druckknopfampeln schrittweise mit der Technologie ausgestattet beziehungsweise ersetzt. Entwickelt wurde das System von der Technischen Universität Graz im Auftrag der MA 33, der städtischen Abteilung „Wien leuchtet“.

Eine solche Anlage befindet sich an der Kreuzung Am Tabor/Trunnerstraße in Leopoldstadt. Anfang September erhielt auch Floridsdorf seine erste KI-Ampel: an der Kreuzung Donaufelder Straße/Theodor-Körner-Gasse/Plankenbüchlergasse.

Die Ampel erkennt den Querungswunsch

Das System registriert nicht nur, dass sich jemand am Straßenrand befindet. Es analysiert Bewegungsmuster und erkennt, ob eine Person tatsächlich die Fahrbahn überqueren möchte oder lediglich im Gehsteigbereich wartet. Wird ein Querungswunsch erkannt, meldet die Anlage automatisch den Bedarf für eine Grünphase an. Der Knopfdruck entfällt – sofortiges Grün ist damit allerdings nicht garantiert, denn die Anforderung wird in die Ampelsteuerung eingebunden.

Die Kameras erfassen einen Bereich von rund 30 Quadratmetern im Wartebereich. Je nach Situation können unterschiedlich lange, vordefinierte Grünzeiten zum Einsatz kommen. Die neueste Generation erkennt auch Rollstühle, Gehhilfen und Kinderwagen. Für Menschen, die mehr Zeit zum Überqueren benötigen, kann deshalb automatisch eine längere Grünphase geschaltet werden.

Mehrere Übergänge gleichzeitig im Blick

Seit Dezember 2024 ist laut ORF die zweite Generation des Systems im Einsatz. Höhere Kameraauflösung, mehr Rechenleistung und ein verbessertes KI-Modell ermöglichen eine genauere Erkennung. Außerdem kann das System mehrere Fußgängerübergänge gleichzeitig beobachten und deren Steuerung unterstützen.

An der TU Graz wird zudem erforscht, wie öffentliche Verkehrsmittel künftig besser in das System eingebunden werden können. Konkrete Umsetzungstermine werden im Bericht nicht genannt.

Keine gespeicherten Kamerabilder

Nach Angaben der Stadt Wien werden im Echtbetrieb keine Kamerabilder gespeichert. Die Verarbeitung erfolgt direkt vor Ort. Laut TU Graz werden die Bilddaten innerhalb von 50 Millisekunden gelöscht. Für die Verkehrsplanung können bei Bedarf lediglich statistische Angaben wie Personenzahlen und erkannte Kategorien, etwa das Vorhandensein einer Gehhilfe, dokumentiert werden.

Die intelligenten Ampeln sollen vor allem unnötige Wartezeiten reduzieren und das Überqueren der Straße erleichtern. Die Stadt will die Technologie weiter ausbauen und gezielt dort einsetzen, wo sie den größten Nutzen für Zufußgehende, Radfahrende und den öffentlichen Verkehr bringt.

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KO KOSMO-Redaktion
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