Kroatien rüstet massiv auf: Ein Milliardendeal mit Südkorea markiert einen historischen Wendepunkt für das Militär des Landes.
Kroatien hat am 10. September einen Vertrag über den Kauf von 18 Raketenwerfsystemen des südkoreanischen Typs K239 Chunmoo unterzeichnet. Der Kaufpreis beläuft sich auf 435,2 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer, das Gesamtvolumen des Projekts inklusive Steuer auf 544,05 Millionen Euro. Hersteller Hanwha Aerospace soll die Systeme zwischen 2026 und 2029 liefern, wobei 85 Prozent der Raketenwerfer bereits bis 2028 bereitgestellt werden sollen.
Militärische Erweiterung
Die K239-Chunmoo-Systeme erweitern das militärische Fähigkeitsspektrum der kroatischen Streitkräfte um eine präzise Feuerunterstützung auf unterschiedlichen Distanzen. Sie ergänzen damit die bereits beschafften französischen Rafale-Kampfjets sowie die amerikanischen HIMARS-Systeme. Verteidigungsminister Ivan Anusic erklärte, dass Kroatien damit über Reichweiten von mehr als 300 Kilometern verfügen werde. Ministerpräsident Andrej Plenkovic bezeichnete das Vorhaben als eine der größten und wichtigsten Investitionen in die Modernisierung der kroatischen Armee seit dem Ende des Kroatienkriegs.
Wirtschaftliche Impulse
Zum Beschaffungspaket zählt neben den Raketenwerfern auch ein Führungs- und Kontrollsystem des polnischen Unternehmens WB Electronics. Kroatische Betriebe, darunter der in Zagreb ansässige Technologiekonzern Koncar, sollen in das Projekt eingebunden werden und damit von wirtschaftlichen Impulsen profitieren.
Plenkovic unterstrich zugleich die sicherheitspolitische Ausrichtung der Investition: Das Land investiere in seine Verteidigungsfähigkeit zur Abschreckung und nicht, um anderen Staaten zu drohen.