Nach jahrelangen Verzögerungen rückt die neue Bahnverbindung zwischen Belgrad und Budapest näher – und auch Wien soll direkt angebunden werden.
Der internationale Personenverkehr auf der neuen Schnellbahn zwischen Belgrad und Budapest soll nach aktuellem Stand im Dezember 2026 aufgenommen werden. Für Reisende aus Österreich besonders interessant: Der geplante Fahrplan sieht auch zwei tägliche Zugpaare zwischen Belgrad, Budapest und Wien vor. Ein endgültiger Starttermin steht allerdings noch nicht fest.
Nach den bisherigen Planungen sind zwischen Belgrad und Budapest acht Zugpaare pro Tag vorgesehen. Zwei davon sollen über Budapest hinaus bis Wien Westbahnhof fahren. Geplant sind dafür die Eurocity-Verbindungen „Avala“ und „Ivo Andrić“. Die derzeit bekannten Zeiten stammen aus dem Fahrplanentwurf von Srbijavoz für 2026/2027 und können sich bis zum tatsächlichen Betriebsstart noch ändern.
Grenzkontrollen geplant
Auch für die Grenzabfertigung gibt es inzwischen konkretere Pläne. Nach Angaben der ungarischen Polizei sollen die internationalen Züge grundsätzlich in Kelebija halten, wo ungarische und serbische Grenzbeamte während des Aufenthalts gemeinsam kontrollieren.
Für den ersten und letzten Direktzug des Tages ist ein zusätzliches Modell vorgesehen: Da diese Verbindungen auf serbischer Seite zwischen Belgrad und der Grenze keine Zwischenhalte haben sollen, soll die serbische Passkontrolle bereits am dafür eingerichteten Terminal im Bahnhof Belgrad-Zentrum stattfinden. In Kelebija folgt anschließend die gemeinsame Grenzkontrolle.
Bei den übrigen Verbindungen mit Zwischenhalten gibt es noch Unterschiede zwischen den Angaben der serbischen und ungarischen Behörden. Nach der derzeit geltenden ungarischen Regelung sollen jedoch alle internationalen Züge in Kelebija halten, wo serbische und ungarische Grenzbeamte gemeinsam kontrollieren.
Jahrelange Verzögerungen
Die Verbindung hat eine lange Geschichte von verschobenen Zeitplänen hinter sich. Bereits 2015 kündigte der damalige serbische Premierminister Aleksandar Vučić an, dass Reisende die modernisierte Strecke zwischen Belgrad und Budapest ab 2018 nutzen können sollten. Dieser Zeitplan konnte nicht eingehalten werden; in den folgenden Jahren wurde die Inbetriebnahme mehrfach nach hinten verschoben.
Auf ungarischer Seite wurde inzwischen eine entscheidende technische Hürde genommen. Nach Angaben des ungarischen Verkehrsministers Dávid Vitézy wurden die Tests des europäischen Zugsicherungssystems ETCS erfolgreich abgeschlossen. Die dafür erforderlichen offiziellen Unterlagen sollen nun fertiggestellt werden, parallel laufen noch abschließende Arbeiten an den Gleisen.
Wenn diese Schritte planmäßig abgeschlossen werden und der zunächst vorgesehene Binnenverkehr auf ungarischer Seite stabil läuft, soll der internationale Personenverkehr zwischen Budapest und Belgrad im Dezember aufgenommen werden. Ein konkretes Eröffnungsdatum wurde bislang noch nicht genannt.