34 Jahre Pause, ein symbolträchtiges Datum und ein Neustart mit Ansage: Air Serbia schreibt gerade Luftfahrtgeschichte.
Nach 34 Jahren Pause hebt Air Serbia wieder in Richtung Toronto ab – und der Start hätte kaum symbolträchtiger sein können: Der erste Flug wurde exakt an jenem Datum wiederaufgenommen, an dem die Verbindung zwischen Belgrad und der kanadischen Metropole einst eingestellt worden war. Toronto ist damit zur fünften Langstreckendestination der serbischen Nationalfluggesellschaft geworden. Beim Empfang in Kanada war die Stimmung entsprechend festlich, und die Buchungszahlen übertrafen laut Air Serbia bereits in den ersten Tagen die internen Erwartungen.
Mareks Wachstumsstrategie
Generaldirektor Jiri Marek sieht die neue Route als Teil einer konsequenten Wachstumsstrategie. „Mit mehr als 100 Destinationen sind wir zum absoluten Marktführer in der Region geworden. Unser Ziel ist es, uns in diesem Jahr der Marke von fünf Millionen Passagieren anzunähern“, sagte Marek. Er verwies dabei auf den sogenannten Stimulationseffekt, den Direktverbindungen typischerweise auslösen – eine Nachfragesteigerung von rund 40 Prozent sei erfahrungsgemäß zu erwarten. Die ersten Tage in Toronto hätten das bereits bestätigt: „Warten Sie daher nicht bis zur letzten Minute mit dem Ticketkauf“, riet er.
Dass die Wahl auf Toronto und nicht auf Miami fiel, war offenbar keine leichte Entscheidung. Djordje Petkovic, Regionaldirektor von Air Serbia für Nord- und Südamerika, erinnert sich, dass die Frage lange unter Passagieren und der Diaspora diskutiert worden sei. „Toronto hat sich am Ende durchgesetzt. Die emotionale Komponente ist enorm – für unsere Leute ist das ein Vorteil, auf den sie seit Jahrzehnten gewartet haben“, sagte Petkovic. Die neue Verbindung soll die Beziehungen zwischen Serbien und Kanada auf wirtschaftlicher wie auch menschlicher Ebene weiter vertiefen.
Tourismus und Rekordpläne
Die Flugzeit zwischen Belgrad und Toronto beträgt rund neun Stunden. Damit rückt Serbien nicht nur für die Diaspora näher, sondern wird auch für kanadische Touristen und potenzielle Investoren greifbarer. Bosko Rupic, zuständig für Kommerzielles und Strategie bei Air Serbia, sieht zusätzliches Potenzial im sportlichen Großereignis: „Unser Flugbeginn fällt mit dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft zusammen, und wir sehen bereits jetzt eine intensive Nachfrage. Die Flüge sind ziemlich gut ausgelastet.“ Darüber hinaus hob Rupic das touristische Potenzial Kanadas hervor – allen voran die Niagarafälle als Publikumsmagnet für Reisende aus Serbien.
Toronto ist dabei nur eine von insgesamt zehn neuen Destinationen, die Air Serbia im laufenden Jahr in ihr Netz aufnimmt. Santorin, Baku, München, Sevilla und Tromsø stehen ebenfalls auf der Liste. Die Fluggesellschaft peilt für 2026 Rekordwerte an – sowohl bei den beförderten Passagieren als auch beim Ausbau des Streckennetzes.
Die neue Transatlantikverbindung ergänzt die bestehenden Direktflüge nach New York und Chicago und soll Serbien künftig noch stärker mit der nordamerikanischen Diaspora, aber auch mit Tourismus, Investitionen und Wirtschaftspartnern verknüpfen.