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Wirtschaftsdiplomatie

Toronto-Forum: Historischer Deal zwischen Serbien und Kanada

Toronto-Forum: Historischer Deal zwischen Serbien und Kanada
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Serbien und Kanada rücken wirtschaftlich näher zusammen – mit einem historischen Treffen, das neue Maßstäbe setzt.

Rund 40 Unternehmer aus knapp 30 serbischen Firmen sind am Dienstag in Toronto zu einem Wirtschaftsforum zusammengekommen – dem bisher größten seiner Art zwischen Serbien und Kanada. Geplant sind B2B-Gespräche mit mehr als 50 kanadischen Unternehmen und Institutionen.

Staatssekretär Damjan Jovic vom serbischen Außenministerium betonte bei der Eröffnung, dass beide Regierungen entschlossen seien, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu vertiefen und zu beschleunigen. Die eigentliche Brücke zwischen beiden Ländern würden jedoch die Unternehmer selbst bauen. „Die Aufgabe der Politik ist es, ein positives Umfeld zu schaffen – damit Sie als Geschäftsleute die richtigen Rahmenbedingungen vorfinden, um Ihre Geschäfte weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern voranzutreiben. Deshalb sind wir heute hier“, so Jovic.

Er hatte tags zuvor Außenminister Marko Djuric bei dessen Besuch in Ottawa begleitet, wo dieser Gespräche mit seiner kanadischen Amtskollegin Anita Anand sowie im Parlament führte. Djuric bezeichnete den Besuch als Signal, dass Serbien aktiv auf die Welt zugehe – und als Gelegenheit, das Bild seines Landes in der kanadischen Öffentlichkeit zu erneuern. Es sei das erste Mal seit über einem Jahrzehnt, dass ein serbischer Außenminister Kanada besuche.

Angereist war die Delegation auf dem ersten Direktflug der Strecke Belgrad–Toronto, den Air Serbia am 23. Mai nach 34-jähriger Unterbrechung wieder aufgenommen hat. Das Forum selbst findet im Ritz Carlton Toronto statt. Auf dem Programm stehen Präsentationen zu Investitions- und Geschäftsmöglichkeiten sowie zum Projekt EXPO 2027 Belgrad, gefolgt von bilateralen Unternehmensgesprächen.

Serbiens Wirtschaftsdelegation

Organisiert wurde der Besuch mit Unterstützung der Wirtschaftskammer Serbiens und der serbischen Botschaft in Kanada. Ziel ist es, heimische Unternehmen mit führenden internationalen Akteuren aus den Bereichen Hochtechnologie und fortgeschrittene Industrie zu vernetzen. Zur Delegation zählen unter anderem Vertreter von Inmold Group, Konelek, Eatfruit, Advanced Security Technologies, Algometric, Comdata, Empinity, Enigmatry, Ctrl n, Khaoticen, Epam Systems, Simbiotica, Sigma Crvenka, Syncrotek, W.D. Concord West, Tehnomarket, Unimet, Gelid, Nikka Solutions, NTP Nis, Bakson LTD, Institut Mihajlo Pupin, Kolo Ventures, CodeIT, Mind Group, MD Solution sowie Vertreter der Wirtschaftskammer Serbiens.

Bereits vor dem offiziellen Forum traf die Delegation mit der Führung von Bombardier zusammen – einem der weltweit bedeutendsten Hersteller in der Geschäftsluftfahrt. In der Bombardier-Fabrik wurden die serbischen Unternehmer von Vizepräsident Graham Kelly sowie Vertretern der Abteilungen für internationale Entwicklung, Supply Chain und Produktionsmanagement empfangen, wie die Wirtschaftskammer Serbiens mitteilte. Im Mittelpunkt standen die Möglichkeiten, serbische Betriebe in globale Lieferketten der Luftfahrtindustrie einzubinden – etwa in den Bereichen Präzisionsmetallverarbeitung, CNC-Bearbeitung, IT- und Engineering-Softwarelösungen, Wartung und Logistik sowie die Fertigung von Kabel-, Elektronik- und Kabinenkomponenten.

Hervorgehoben wurde dabei auch, dass bei Bombardier bereits Ingenieurinnen aus Serbien tätig sind – ein Beleg für das hohe Qualifikationsniveau serbischer Fachkräfte in der internationalen Luft- und Raumfahrtbranche. Bombardier erwirtschaftet mit seinen Challenger- und Global-Flugzeugprogrammen einen Jahresumsatz von über 9,5 Milliarden Dollar und verfügt über einen Auftragsbestand von rund 17,5 Milliarden Dollar.

Besuch bei ventureLAB

Darüber hinaus besuchte die Delegation ventureLAB, einen der führenden kanadischen Deep-Tech-Acceleratoren. Vorgestellt wurden Förderprogramme für Technologieunternehmen, darunter die Hardware Catalyst Initiative, die Hardware- und Deep-Tech-Startups durch Laborzugang, Mentoring und Investitionsnetzwerke unterstützt.

Serbische Unternehmensvertreter präsentierten ihrerseits ihre Kompetenzen in den Bereichen IT- und KI-Lösungen, IoT- und Embedded-Systeme, Automotive-Technologien sowie Forschungs- und Entwicklungspartnerschaften.

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KO KOSMO-Redaktion
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