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Aufrüstung

Anusic verkündet Militär-Revolution – Kroatien will modernste Armee Europas

Anusic verkündet Militär-Revolution – Kroatien will modernste Armee Europas
Foto: iStock, epa/Olivier Matthys
3 Min. Lesezeit |

Kroatien rüstet auf – und das in einem Tempo, das selbst größere NATO-Partner staunen lässt.

Kroatiens Verteidigungsminister Ivan Anusic sieht das Land an der Schwelle zu einem militärischen Aufbruch, wie er in dieser Form bislang ohne Beispiel war. Die kroatischen Streitkräfte befänden sich derzeit in einem umfassenden Erneuerungsprozess, erklärte der Minister. Bis 2030 sollen alle drei Teilstreitkräfte – Heer, Luftwaffe und Marine – grundlegend weiterentwickelt und mit Fähigkeiten ausgestattet werden, die Kroatien bisher entweder gar nicht oder nur in eingeschränktem Maß besessen hat.

Bei einer Festakademie zum Tag der Kroatischen Landstreitkräfte unterstrich der stellvertretende Premierminister, dass Kroatien am Ende dieses Jahrzehnts zwar nach wie vor eine zahlenmäßig kleinere Armee haben werde, diese aber zu den modernsten in Europa und weltweit zählen solle.

Grundausbildung neu

Neben der technischen Aufrüstung nimmt die Wiedereinführung der militärischen Grundausbildung in diesen Plänen eine zentrale Rolle ein. Anusic bezeichnete das Vorhaben als eines der bedeutendsten Projekte seines Ministeriums und der kroatischen Streitkräfte insgesamt. Es gehe dabei nicht allein um die Stärkung des professionellen Militärs, sondern auch um den Aufbau einer ausreichend großen und einsatzbereiten Reserve.

Die allgemeine Wehrpflicht in Kroatien wurde 2008 abgeschafft bzw. suspendiert, und das kroatische Parlament hat im Jahr 2024 die Wiedereinführung beschlossen, sodass ab Anfang 2026 wieder eine zweimonatige Grundausbildung für wehrpflichtige Männer vorgesehen ist.

Besonders hervor hob der Minister die Zahl von rund 97 Prozent junger Menschen, die nach seinen Angaben bereit seien, an der Grundausbildung teilzunehmen. Lediglich etwa drei Prozent würden Gewissensgründe geltend machen. Anusic wertete dies als beachtlichen Erfolg und kündigte an, die Ausbildungskapazitäten weiter auszubauen.

Kroatien habe in weniger als zwei Jahren vollbracht, woran viele größere und mächtigere Staaten bislang scheiterten, so Anusic: die politische Entscheidung, die gesetzliche Grundlage und die praktische Einführung der militärischen Grundausbildung. Andere Länder diskutierten noch immer darüber, ob eine Wiedereinführung überhaupt sinnvoll sei. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die Verteidiger und Freiwilligen des Unabhängigkeitskrieges, die anfangs kaum über Ausrüstung verfügt, aber dennoch entscheidend zur Befreiung kroatischer Gebiete beigetragen hätten.

Investitionen & Auszeichnungen

Auch der Kommandant der Kroatischen Landstreitkräfte, Generalmajor Blaz Beretin, ergriff bei der Veranstaltung das Wort und richtete seinen Dank an die Familien der Soldatinnen und Soldaten. Sie seien es gewesen, die seit den Kriegstagen gewartet, unterstützt und Kraft gegeben hätten – ohne diesen Rückhalt wäre weder die heutige Stärke noch die Einsatzbereitschaft der Armee denkbar.

Beretin verwies darüber hinaus auf die Notwendigkeit weiterer Investitionen in moderne militärische Fähigkeiten und nannte dabei konkret Leopard-Panzer, Bradley-Schützenpanzer, HIMARS-Raketensysteme sowie Caesar-Haubitzen. Die Feier fand im Haus der Kroatischen Armee „Zrinski“ in Karlovac statt, wo im Rahmen des Festakts auch Auszeichnungen, Belobigungen und Beförderungen an verdiente Angehörige der Landstreitkräfte vergeben wurden.

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KO KOSMO-Redaktion
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