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Airline-Streik in Spanien: So viele Urlauber sind betroffen

Airline-Streik in Spanien: So viele Urlauber sind betroffen
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Mallorca-Urlauber aufgepasst: Während 650 Easyjet-Flugbegleiter streiken, verspricht die Airline normalen Betrieb. Hintergrund sind massive Gehaltsunterschiede innerhalb Europas.

Urlauber mit Reiseplänen nach Spanien müssen sich auf Komplikationen einstellen: Das Kabinenpersonal von Easyjet hat einen mehrtägigen Streik begonnen. Bis einschließlich Freitag legen rund 650 Flugbegleiter ihre Arbeit nieder.

Allerdings hat das spanische Verkehrsministerium Mindestdienste angeordnet, wodurch in Palma mehr als 80 Prozent der geplanten Flüge durchgeführt werden sollen. Die Fluggesellschaft selbst gibt an, den regulären Flugbetrieb aufrechterhalten zu wollen. Dennoch wird Passagieren empfohlen, vor der Anreise den Status ihrer Verbindung zu überprüfen und zusätzliche Zeit am Flughafen einzuplanen.

Gehaltsunterschiede als Auslöser

Auslöser des Arbeitskampfes sind erhebliche Gehaltsunterschiede: Laut Gewerkschaftsangaben verdienen Flugbegleiter an spanischen Standorten bis zu 200 Prozent weniger als ihre Kollegen in anderen europäischen Ländern – bei gleichzeitig stark gestiegenen Lebenshaltungskosten. „Wir wollen eine Angleichung der Bedingungen und Gehälter“, erklärt die spanische Gewerkschaft USO (Unión Sindical Obrera). Bisherige Vermittlungsversuche blieben erfolglos.

Besonders drastisch zeigt sich das Lohngefälle im Vergleich mit den Niederlanden: Spanische Easyjet-Flugbegleiter verdienen bis zu 93 Prozent weniger als ihre niederländischen Kollegen, obwohl die Lebenshaltungskosten in Spanien mittlerweile mit anderen europäischen Ländern vergleichbar sind. Die Gewerkschaft USO kritisiert, dass die Gehälter in Spanien weiterhin nahe am gesetzlichen Mindestlohn liegen.

Am Mittwochvormittag (25.6.) waren zunächst keine Flugstreichungen zu verzeichnen (Stand 10:15 Uhr). Lediglich ein Flug nach London-Gatwick, der planmäßig um 6:50 Uhr starten sollte, verzeichnete eine Verspätung von mehr als drei Stunden. Ob im weiteren Tagesverlauf mit Annullierungen zu rechnen sei, konnte der Flughafenbetreiber Aena gegenüber der „Mallorca Zeitung“ nicht prognostizieren.

Ungünstiger Zeitpunkt

Der Zeitpunkt des Ausstands ist für die Reisebranche äußerst ungünstig, da er in eine der Hauptreiseperioden fällt. Eine Verschärfung des Tarifkonflikts könnte weitere Arbeitsniederlegungen nach sich ziehen und den gesamten Sommerreiseverkehr beeinträchtigen. Die Situation hat über die unmittelbaren Unannehmlichkeiten für Urlauber hinaus auch eine grundsätzliche Bedeutung: Die Debatte um angemessene Entlohnung und verbesserte Arbeitsbedingungen in der Luftfahrtindustrie könnte durch den Konflikt in Spanien auch in anderen Regionen an Dynamik gewinnen.

Easyjet verteidigt seine Personalpolitik mit dem Hinweis, dass das Unternehmen in jedem der acht europäischen Länder lokale Arbeitsverträge abschließt, was die unterschiedlichen Lohn- und Arbeitsbedingungen erkläre. Trotz der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestdienste werden Passagiere gebeten, sich auf mögliche Verzögerungen oder Einschränkungen im Service einzustellen und den Status ihrer Flüge vor Reiseantritt zu überprüfen.

Stellungnahme

EasyJet teilt mit, dass sich die aktuellen Streikmaßnahmen vorrangig auf Flüge auswirken, die von Mitarbeitenden und Flugzeugen an den Standorten in Malaga, Barcelona, Alicante und Palma de Mallorca durchgeführt werden. Flüge zu diesen Zielen, die von anderen easyJet-Standorten in Europa und Großbritannien aus starten, seien hingegen nicht direkt betroffen und könnten planmäßig durchgeführt werden. Außerdem weist das Unternehmen darauf hin, dass für Kunden der DACH-Region derzeit nur Direktverbindungen nach Spanien von den Flughäfen Basel, Genf sowie Berlin-Brandenburg angeboten würden.

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KO KOSMO-Redaktion
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