Start AKTUELLE AUSGABE Akupunktur: Das steckt hinter der jahrhundertealten Medizin!
ENERGIE

Akupunktur: Das steckt hinter der jahrhundertealten Medizin!

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Chinesische Experten für Akupunktur sind der Meinung, dass Gesundheit im ungehinderten Energiefluss durch den Organismus liegt und dass eine Blockade bzw. ein Stau durch die Behandlung bestimmter Körperpunkte behandelt werden kann.

Akupunktur wird bereits seit Jahrhunderten zur Heilung eingesetzt, und aus China, wo die Wiege dieser Heilmethode liegt, hat sich dieser komparative Zweig der Medizin in der ganzen Welt verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation hat 1979 eine Liste von etwa 50 Krankheiten veröffentlicht, bei deren Behandlung sich die Akupunktur als sehr wirksam erwiesen hat. In der Zwischenzeit wurde diese Liste mehrfach erweitert und die Popularität der Akupunktur ist auch im Westen stark gestiegen. Mit dieser alten Methode wird der kranke Organismus mithilfe seiner eigenen Kraft auf natürlichem Wege wieder ins Gleichgewicht gebracht und besonders erfolgreich hat sie sich zur Prävention von Erkrankungen erwiesen.

Diagnostik

Um den Prozess der Heilung durch Akupunktur beginnen zu können, muss mithilfe eines Gesprächs und einer Untersuchung eine Diagnose gestellt werden. Aufgrund der Anamnese wird die Schwere der Störung ermittelt und in der Untersuchung wird festgestellt, ob das Problem äußerer oder innerer Natur ist, ob es sich um eine Über- oder Unterfunktion handelt, ob ihre Natur kalt oder heiß ist, und, am Ende, ob das Problem funktionaler Natur ist (Yang) oder ob eine Verletzung eines Gewebes oder Organs vorliegt (Yin).

In der Diagnostik ist die Untersuchung der Zunge das Wichtigste: ihr Körper, ihre Größe, Farbe und Form, Flecken und Beläge an der Oberfläche, die Farbe der Haut und Schleimhaut. Da jeder Teil der Zunge einem bestimmten Bereich des Körpers zuzuordnen ist, werden die Stelle des Belags sowie auch die Venen auf ihrer Unterseite genau angeschaut.
Das Abtasten ist besonders wichtig für die Bestimmung der Pulskategorie und die Suche nach den Reflexpunkten an der Vorder- und Rückseite des Körpers, die, wenn sie empfindlich sind, über den Zustand der inneren Organe Auskunft geben. Auch die Akupunkturkanäle und die Meridiane, auf denen sich subkutane Knötchen oder verschiedene schmerzempfindliche Punkte befinden können, über die sich eine Pathologie bestimmen lässt, werden abgetastet. Wichtig ist auch eine Untersuchung der Augen (Iridologie), da die Pupille und die Iris jedes einzelne Organ wiederspiegeln und seine Konstitution anzeigen. Besonders gründlich wird die Ohrmuschel untersucht, denn sie korrespondiert neurologisch mit dem Körper.

Abtasten ist wichtig für die Bestimmung der Pulskategorie und die Suche nach Reflexpunkten im Körper. (FOTO: iStockphoto)

Behandlungstechniken

Akupunkturbehandlungen sind, unabhängig davon, um welche Technik es sich handelt, schmerzlos und ungefährlich, wenn sie von qualifizierten Experten durchgeführt werden. Darum wird Patienten geraten, die Lizenz der Person zu überprüfen, in deren Hände sie sich begeben, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Da die moderne Technologie ebenfalls Einfluss auf diese alte Methode hat, werden die Akupunkturpunkte auf verschiedene Weise behandelt:
• Akupunkturnadeln (sterilisiert oder als Einwegnadeln)
• Elektroakupunktur bzw. Elektrostimulation der Akupunkturpunkte mit Nadeln, die mit Strom verbunden sind,
• Die Elektropunktur, d.h. das Organometer, mit dem diese Methode durchgeführt wird, dient zu therapeutischen und diagnostischen Zwecken,
• Die Laserakupunktur ist eine absolut schmerzfreie Methode, und durch die Einwirkung des Laserlichts auf die Akupunkturpunkte werden ganz ohne schädliche Folgen hervorragende Resultate erzielt,
• Unter Thermopunktur oder Moxibustion (eine Wärmetherapie) versteht man die Erwärmung der Akupunkturpunkte durch das Anzünden getrockneter Moxablätter (wilde Artemisia),
• Akupressur gehört zu den häufigsten manuellen Techniken in der Behandlung der Akupunkturpunkte,
• Analgetische Akupunktur (Schmerzlinderung) wird bei chronischen Kopfschmerzen und Migräne, in der Zahnheilkunde, Neurologie, aber auch in der Anästhesie eingesetzt.

Ohrenakupunktur
(Aurikulotherapie)

Nach der chinesischen Philosophie ist das Ohr der Ort, wo sich die Energien aller Meridiane treffen und von wo aus man auf jedes Organ und seine Funktion einwirken kann. Die somatologische Karte des Ohres bildet des Prinzip des invertierten Fötus in der Gebärmutter. Die Diagnostik der Ohrenakupunktur basiert auf der Empfindlichkeit und der Schmerzhaftigkeit der Akupunkturpunkte, die millimetergenau an der Außen- und Innenseite der Ohrmuschel angeordnet sind. Die Therapietechniken erfolgen durch den Einstich von Akupunkturnadeln, transdermaler Elektrostimulation, Laserstimulation, mit Magneten und mit permanenten Nadeln, die der Patient während der gesamten Therapiedauer trägt, die jedoch einmal pro Woche gewechselt werden.

Man sollte unbedingt die Lizenz der Person überprüfen, der man sich anvertraut.

Akupunktur hilft bei: Allen Arten von Schmerzen, Steifheit, Migräne, Ischias, Lumbalgie, Spondylose, Neuralgie, Nebenhöhlenentzündungen, hohem Blutdruck, Menstruations- und Klimakteriumsbeschwerden, Neurosen, Abhängigkeitserkrankungen, Phobien, Sprachstörungen, nächtlichem Einnässen, rheumatischen Beschwerden, Allergien, Asthma, hormonellem Ungleichgleichgewicht, Fettleibigkeit, Stress usw.

Akupunktur ist verboten bei Patienten: in einem Zustand extremer Schwäche, in alkoholisiertem Zustand, in akut psychotischem Zustand, im Zustand extremer Erregung, wenn der Patient einen Herzschrittmacher trägt, wenn er unmittelbar zuvor eine Bestrahlung hatte oder wenn er mit Corticosteroiden oder Psychopharmaka behandelt wird.

Im Ohr kommt die Energie aller Meridiane zusammen, von hier aus kann man auf die Organe und ihre Funktion einwirken.

Akupunktur ist zu vermeiden bei: Personen im Alter von über 80 Jahren, Schwangeren, während der Menstruation (außer dem Punkt UB60 gegen Menstruationsschmerzen) und unmittelbar nach einer üppigen Mahlzeit.