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Sicherheitsoffensive

Alkoholverbot und Schutzzone: Wien startet Sicherheitsoffensive

Alkoholverbot und Schutzzone: Wien startet Sicherheitsoffensive
(Symbolbild FOTO: iStock)
4 Min. Lesezeit |

Alkoholverbot, Schutzzone, Polizeicontainer: Wien zieht rund um den Westbahnhof alle Register – mit einem Maßnahmenpaket, das seinesgleichen sucht.

Rund um den Wiener Westbahnhof und die U6-Station Wien-Gumpendorfer Straße sollen die Sicherheitsverhältnisse spürbar verbessert werden. Stadt Wien und Polizei stellten dazu heute gemeinsam ein Bündel an Maßnahmen vor. Mit 8. Mai tritt am und rund um den Westbahnhof ein Alkoholverbot in Kraft, gleichzeitig wird rund um den Fritz-Imhoff-Park eine Schutzzone eingerichtet.

„Die vorliegende Schutzzone und Alkoholverbotszone sowie die weiteren Maßnahmen sind nötig, um Gewalttaten vorzubeugen, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken und der Polizei ein rasches und wirksames Einschreiten bei problematischen Erscheinungsbildern im öffentlichen Raum zu ermöglichen“, wird Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl in einer Aussendung zitiert.

Sowohl die Stadt als auch die Polizei verweisen auf die besonderen Herausforderungen, die der Westbahnhof mit sich bringt. Die Zahl jener Personen, die durch übermäßigen Alkoholkonsum auffallen, sei zwar begrenzt – angesichts des hohen Personenaufkommens an diesem Knotenpunkt könne aber bereits das Verhalten weniger Einzelner zu Verunsicherungen und Spannungen führen. Das nun verhängte Alkoholkonsumverbot, das von der Polizei kontrolliert wird, zielt darauf ab, die öffentliche Ordnung zu festigen, die Sicherheitslage zu verbessern und die Aufenthaltsqualität im Bereich zu heben.

Schutzzone & Maßnahmen

Schutzzonen können auf Grundlage des Sicherheitspolizeigesetzes rund um besonders schutzbedürftige Bereiche erlassen werden – vorrangig zum Schutz von Minderjährigen. Im betroffenen Fritz-Imhoff-Park, der sich unweit der U6-Station Wien-Gumpendorfer Straße befindet, ist ein Kinderspielplatz situiert. Mit der Schutzzone soll dem dort festgestellten Drogenhandel entgegengewirkt werden.

Ausdrücklich betont wird, dass suchtkranke Menschen weiterhin Zugang zu den bestehenden Versorgungsangeboten haben sollen. Innerhalb einer Schutzzone ist die Polizei befugt, Personen, von denen eine Gefährdung ausgeht, wegzuweisen und ihnen das Betreten des Gebiets zu untersagen. Die Verordnung ist zunächst auf maximal sechs Monate befristet, kann aber nach Ablauf dieser Frist erneut erlassen werden.

Über das Alkoholverbot und die Schutzzone hinaus ist eine Reihe flankierender Maßnahmen geplant. Die MA 48 soll den Bereich rund um den Gumpendorfer Gürtel und den Westbahnhof künftig häufiger reinigen, die MA 42 die Grünschnittarbeiten intensivieren. Der Fritz-Imhoff-Park soll baulich so umgestaltet werden, dass eine bessere Durchmischung der Nutzergruppen möglich wird.

Ein zusätzlicher Zaun soll es ermöglichen, den Park in den Nachtstunden zu sperren. Klientinnen und Klienten der Suchthilfe erhalten Behälter zur Spritzentsorgung, die Suchthilfe wird zudem bei der Beseitigung von infektiösem Material eingebunden.

Verstärkte Präsenz

Auch die Wiener Linien verstärken ihre Sicherheitspräsenz. In der Station Wien-Gumpendorfer Straße werden fixe Standposten eingerichtet: Zu den Hauptverkehrszeiten sind täglich ein bis zwei Teams vor Ort, außerhalb dieser Zeiten fährt regelmäßig ein Team vorbei. Nicht genutzte Durchgänge in der Station wurden versperrt, die Beleuchtung verbessert.

Sitzbänke werden entfernt oder umpositioniert, um die Verweildauer zu verringern. In den frühen Abendstunden ist die Polizei mit einem fixen Standposten präsent, tagsüber kommt sie regelmäßig vorbei. Da die nächste Polizeiinspektion in einiger Entfernung liegt, wird für die Beamten ein Container als Stützpunkt aufgestellt.

Täglich im Einsatz vor Ort wird künftig auch die Initiative „helpU“ sein, ein gemeinsames Projekt der Wiener Linien und der Suchthilfe Wien. Darüber hinaus wird die mobile Sozialarbeit der Suchthilfe Wien ausgebaut. Im Bereich der Substitutionsbehandlung soll optimiert und konsequenter gegen Missbrauch sowie illegalen Handel vorgegangen werden.

„Dieses Maßnahmenpaket ist das Ergebnis einer guten und konsequenten Zusammenarbeit zwischen der Stadt Wien und der Wiener Polizei“, so Bürgermeister Michael Ludwig. „Wir bündeln unsere Kräfte, stimmen uns laufend ab und handeln gemeinsam im Interesse der Wienerinnen und Wiener.“

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KO KOSMO-Redaktion
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