Wien setzt auf frühe Sprachförderung: Tausende Kinder sollen noch vor dem ersten Schultag fit für den Unterricht werden.
Die Wiener Stadtregierung weitet ihr kostenloses Sommersprachprogramm für künftige Erstklässler erheblich aus: Standen im vergangenen Jahr noch 500 Plätze zur Verfügung, können heuer insgesamt 2.160 Kinder an den Deutschkursen teilnehmen. Die Resonanz ist bereits jetzt beträchtlich – rund 700 Plätze sind schon vergeben.
Dass die Kapazitäten so deutlich aufgestockt wurden, ist eine direkte Konsequenz aus dem Vorjahr, als das Angebot zum ersten Mal aufgelegt wurde und sämtliche Plätze vollständig ausgebucht waren. „Gerade beim Schuleinstieg entscheidet Sprache in hohem Maß über Teilhabe, Lernerfolg und Selbstvertrauen“, wurde Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) in einer Aussendung zitiert. „Dass bereits kurz nach Start der Anmeldung hunderte Plätze vergeben sind, zeigt, wie groß der Bedarf ist.“
Klare Zielgruppe
Die Zielgruppe der Kurse ist klar definiert: Angesprochen werden ausschließlich Kinder, die im kommenden Herbst erstmals eine Wiener Volksschule besuchen und dabei als außerordentliche Schülerinnen und Schüler eingeschult werden. Jene Kinder, die diesen Status bereits während des laufenden Schuljahres innehaben, sind hingegen ab diesem Sommer dazu verpflichtet, die Bundessommerschule zu besuchen. Familien, deren Kinder bei der Schuleinschreibung und dem Deutschtest als außerordentliche Schülerinnen und Schüler eingestuft wurden, werden heuer gezielt angeschrieben und erhalten eine Empfehlung zur Kursteilnahme.
Rund 11.000 Kinder werden jährlich als außerordentliche Schüler in Wien eingeschult. Das Sommerprogramm deckt somit einen Teil des Gesamtbedarfs ab, wobei das Angebot freiwillig ist und sich gezielt an jene richtet, die im Herbst neu in die erste Klasse kommen.
Kurse & Anmeldung
Die Kurse finden an fünf Schulstandorten in Wien statt und laufen vom 13. Juli bis zum 21. August. Jeder Kurs erstreckt sich über zwei Wochen, wobei pro Gruppe maximal zwölf Kinder betreut werden. Durchgeführt werden die Kurse von Interface im Auftrag der städtischen Magistratsabteilung 17 – Integration und Diversität.
Sprachvermittlung findet dabei nicht nur im klassischen Unterrichtssetting statt, sondern auch beim gemeinsamen Spielen und in Alltagssituationen. „Für viele Kinder macht es einen entscheidenden Unterschied, ob sie erst mit dem ersten Schultag oder schon vorher mit gezielter Sprachförderung beginnen“, sagte Lejla Sirbubalo, Geschäftsführerin von Interface Wien, in der Aussendung.
Anmeldungen sind bis zum 3. Juli in den Regionalstellen der MA 17 sowie direkt bei Interface möglich. Neu in diesem Jahr sind zudem mehrsprachige Informationsveranstaltungen rund um den Schulstart, die auf dem Bildungscampus im Wiener Sonnwendviertel angeboten werden und sich gezielt an Eltern richten.