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Alpha-Gal-Syndrom

Alpha-Gal-Syndrom: Zeckenbiss verursacht Fleischallergie

Zecken_Gras
(Foto: iStockphoto)

Das Alpha-Gal-Syndrom, eine Nahrungsmittelallergie ausgelöst durch den Verzehr von rotem Fleisch und den Biss bestimmter Zeckenarten, hat stark zugenommen.

Der Genuss von rotem Fleisch kann zu heftigen Übelkeiten, Nesselsucht, Starker Bauchschmerzen und sogar zu Schwellungen von Rachen oder Augenlidern führen. Solche Symptome deuten üblicherweise auf eine Nahrungsmittelallergie hin, doch beim Alpha-Gal-Syndrom treten sie häufig mit Verzögerung auf. Dies macht das Syndrom besonders tückisch und schwer zu diagnostizieren. Das Alpha-Gal-Syndrom ist auf ein spezielles Zuckermolekül (Alpha-Gal) zurückzuführen, das in Fleisch von Säugetieren, einschließlich Rind und Schwein, sowie im Speichel bestimmter Zeckenarten vorkommt.

Bei einem Zeckenbiss kann das Zuckermolekül in die Blutbahn des Menschen gelangen, was eine Immunreaktion hervorruft. Der menschliche Organismus erkennt den fremden Zucker und bildet Antikörper dagegen. Bei einigen Personen führt dies zu starken allergischen Reaktionen beim Konsum von rotem Fleisch oder Milcherzeugnissen, die größere Mengen von Alpha-Gal enthalten.

Zecken vorsichtig entfernen

In den USA hat die Anzahl der Alpha-Gal-Syndrom-Fälle in den letzten Jahren zugenommen. Über 110.000 Verdachtsfälle wurden zwischen 2010 und 2022 identifiziert. Scott Commins, Forscher der Universität von North Carolina, schätzt, dass bis zu 450.000 Amerikanerinnen und Amerikaner vom Alpha-Gal-Syndrom betroffen sein könnten, was es zur zehnthäufigsten Nahrungsmittelallergie in den USA machen würde.

Gegen Zecken können sogenannte Repellents eingesetzt werden, die die Hautpartien schützen, auf die sie aufgetragen wurden. Nach einem Zeckenstich sollte die Zecke vorsichtig und kontrolliert entfernt werden.

In Österreich sind Fälle von Alpha-Gal-Syndrom bisher nicht bekannt, doch hierzulande verbreitet sich das aus China stammende Alongshan-Virus (ALSV) unter Zecken. Gegen Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis, zwei in Österreich häufige durch Zecken übertragene Krankheiten, hilft ein Antibiotikum oder eine Impfung.