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Betrugswarnung

Anlagebetrug in Österreich nimmt zu: Schäden über 111 Millionen Euro

Anlagebetrug in Österreich nimmt zu: Schäden über 111 Millionen Euro
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

**Nach dem Grundstücksverkauf lockte die Rendite, dann folgte der Schock: 200.000 Euro verschwunden. Dieser Anleger hatte Glück – sein Geld kam zurück, während die Betrugsschäden explodieren.**

Der Verkauf eines Grundstücks an der Alten Donau endete für einen Mann mit einem finanziellen Desaster. Angelockt von vermeintlich lukrativen Renditeversprechen, investierte er den Erlös in eine Geldanlage, die sich als Betrugsmasche entpuppte. Der Verlust: 200.000 Euro. In diesem Fall nahm die Geschichte jedoch eine ungewöhnliche Wendung – die Täter wurden gefasst und das Geld konnte zurückerstattet werden. Eine Ausnahme, denn die meisten Opfer sehen ihr Vermögen nie wieder.

Der Fall steht exemplarisch für ein wachsendes Problem. Die Schadenssumme durch Anlagebetrug in Österreich hat sich dramatisch entwickelt: Über 111 Millionen Euro verloren Anleger allein 2024 – mehr als das Doppelte im Vergleich zu 2021, als die Summe noch bei 50 Millionen Euro lag. „Der ganze Cybercrime-Bereich hat sich rasant entwickelt“, erklärt Paul Marouschek, stellvertretender Direktor des Bundeskriminalamts (BK). „Und obwohl wir mittlerweile sehr viel Expertise aufgebaut haben, sind wir immer hinterher.“

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Präventionsmaßnahmen

Angesichts dieser Situation gewinnt die Präventionsarbeit zunehmend an Bedeutung. Das Bundeskriminalamt hat daher in Kooperation mit der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) und dem Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) eine Informationsbroschüre zum Thema Anlagebetrug veröffentlicht. Das Dokument enthält Hinweise auf typische Warnzeichen, die auf betrügerische Aktivitäten hindeuten können, sowie Handlungsempfehlungen für den Fall, dass man bereits Opfer geworden ist.

Die Publikation betont, wie wichtig es sei, die Strategien der Betrüger zu kennen. Häufig zahlen die Täter anfänglich kleine Gewinne aus, um Vertrauen aufzubauen. In anderen Fällen geben sich Betrüger bei bereits geschädigten Personen als Behördenvertreter oder Finanzdienstleister aus und versprechen gegen Vorauszahlung, verlorenes Geld zurückzuholen.

Betrugserkennung

Finanzinstitute haben oft Schwierigkeiten, Anlagebetrug zu identifizieren, da die Zielkonten häufig auf Privatpersonen statt auf Unternehmen registriert sind. Zudem veranlassen die Täter ihre Opfer oft, mehrere kleinere Beträge auf verschiedene Konten zu überweisen. Vor jeder Investitionsentscheidung empfiehlt sich daher ein Blick auf die Website der FMA, um zu prüfen, ob der betreffende Finanzdienstleister über die erforderlichen Zulassungen verfügt.

Vor jeder Investitionsentscheidung empfiehlt sich daher ein Blick auf die Website der FMA, um zu prüfen, ob der betreffende Finanzdienstleister über die erforderlichen Zulassungen verfügt.