Trotz Weltruf und prestigeträchtiger Kundschaft: Der niederösterreichische Autozulieferer Eitek GmbH steht vor dem finanziellen Kollaps. Die Automobilkrise fordert ihr nächstes Opfer.
Der Autozulieferer Eitek GmbH in Ebergassing (Niederösterreich) ist zahlungsunfähig. Am Landesgericht Korneuburg wurde ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eingeleitet, wie der Kreditschutzverband KSV1870 mitteilt. Die Verbindlichkeiten des Unternehmens belaufen sich auf 36 Millionen Euro. Von der Insolvenz sind 319 Mitarbeiter und 272 Gläubiger betroffen.
Der Wien-Rechtsanwalt Matthias Schmidt wurde zum Sanierungsverwalter bestellt. Forderungen können bis zum 18. Februar angemeldet werden. Die Berichtstagsatzung ist für den 11. Februar angesetzt, während die Prüfungstagsatzung am 4. März stattfinden soll. Den Gläubigern wird eine Sanierungsplanquote von 30 Prozent angeboten.
Eine mögliche Schließung des Betriebs würde die finanziellen Verbindlichkeiten noch „drastisch erhöhen“, warnen Experten. Für die Belegschaft herrscht große Unsicherheit bezüglich ihrer beruflichen Zukunft. Dennoch gibt die Unternehmensführung nicht auf und setzt ihre Hoffnungen auf ein umfassendes Restrukturierungs- und Sanierungskonzept.
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Unternehmensprofil
Das Unternehmen hat sich auf die Produktion und den Vertrieb von Komplettinnenausstattungen und deren Komponenten für die Automobilindustrie spezialisiert. „Das seit dem Jahre 2005 bestehende Unternehmen zählt zu den führenden Lieferanten für einige der prestigeträchtigsten Automarken und genießt Weltruf“, erläuterte die Creditreform kürzlich gegenüber dem ORF.
Die Gläubigerschutzorganisation führt die finanziellen Schwierigkeiten der Eitek GmbH direkt auf die Krise in der Automobilbranche zurück. Die europäische Autoindustrie durchlebt derzeit schwere Zeiten, was auch das Exportmodell der deutschen Automobilhersteller in Frage stellt.
Branchenweite Krise
Die Krise in der Automobilbranche belastet seit geraumer Zeit auch andere niederösterreichische Zulieferbetriebe. Der Zulieferer ZKW plant, bis 2027 etwa 600 Arbeitsplätze zu streichen. Auch bei Pollmann International in Karlstein an der Thaya (Niederösterreich) ist die Zukunft ungewiss.
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Nach der Schließung des Werks in Vitis wurde die Produktion zum Hauptstandort Karlstein sowie nach Tschechien verlagert. Damals hieß es, alle 71 Mitarbeiter würden übernommen werden. Das Waldviertler Familienunternehmen in fünfter Generation wurde in der Vergangenheit als Top-Arbeitgeber ausgezeichnet.
Im Fall der Eitek GmbH zeigt sich, dass selbst ein Eigentümerwechsel keine Garantie für wirtschaftlichen Erfolg bietet. Im November 2023 übernahm eine Private-Equity-Gesellschaft den Standort und formierte das Unternehmen zur heutigen Eitek GmbH um, wie auf der Firmenwebsite vermerkt ist.
Die Kombination aus steigenden Kosten und sinkender Nachfrage setzte dem Betrieb jedoch zunehmend zu.
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Laut Creditreform wären „lukrative Aufträge“ nötig, damit sich die angeschlagene Autozulieferindustrie erholen kann – ein Mangel, der nicht nur in Niederösterreich zu spüren ist.