Ein Abend in Rijeka, der in die Geschichtsbücher eingeht – und das aus den falschen Gründen. Kroatien erlebt ein historisches Fußball-Desaster.
In Rijeka erlebte die kroatische Nationalmannschaft einen Abend, den sie so schnell nicht vergessen wird. Beim Nations-League-Spiel gegen England setzte es ein 0:7 – die höchste Niederlage, die Kroatien in seiner Nationalmannschaftsgeschichte je hinnehmen musste. Der bisherige Negativrekord datierte aus dem Jahr 2018, als man gegen Spanien mit 0:6 untergegangen war.
Trainer Slaven Bilic, der sich in seiner zweiten Amtszeit befindet, holte mit der Mannschaft in drei Spielen bislang lediglich drei Punkte. Das Debakel von Rijeka dürfte seine ohnehin angespannte Position weiter erschüttern.
Mediale Reaktionen
In England fiel die Reaktion der Medien entsprechend euphorisch aus. Der Guardian sprach von einem „Kinderspiel für England“ und unterstrich die erdrückende Dominanz der Gäste. Die BBC stellte die Frage, die sich viele in Kroatien ebenfalls stellen dürften: „Slaven Bilic wird das nicht überleben, oder?“
The Independent sah Kroatien schlicht „völlig zerlegt“, und Sky befand, England habe den Gastgeber an der Adriaküste „spurlos versenkt“.
Kroatiens Krise
Auf kroatischer Seite überwiegt die Bestürzung. Die Mannschaft zeigte sich defensiv anfällig und konnte sich unter Bilic nicht weiterentwickeln.
Während Spieler wie Jude Bellingham, Anthony Gordon, Elliot Anderson und Bukayo Saka auf englischer Seite überzeugten, steht Kroatien nun vor der drängenden Frage, wie eine grundlegende Kurskorrektur gelingen soll.