Mit scharfen Worten und blumigen Metaphern nimmt FPÖ-Generalsekretär Hafenecker den Vizekanzler ins Visier und attestiert ihm mangelnde Kritikfähigkeit.
Der FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker hat am Donnerstag in einer Aussendung scharfe Kritik am Vizekanzler geübt. Hafenecker bezeichnete den Vizekanzler als „beängstigend dünnhäutig“ und warf ihm vor, selbst „in Richtung FPÖ immer sehr deftig“ auszuteilen, während er offenbar Gegenwind nicht vertrage.
In seiner Stellungnahme ging Hafenecker noch weiter und attestierte dem Vizekanzler, er setze die „Glaskinn-Dynastie innerhalb der Sozialdemokratie“ fort. Der blaue Generalsekretär verschärfte seine Wortwahl zusätzlich mit den Worten: „Er scheint eine echte Mimose zu sein, eine Prinzessin auf der Erbse.“
Klage wegen „linke Zecke“-Aussage
Hintergrund der verbal heftigen Attacke ist die Klage des Vizekanzlers Andreas Babler gegen FPÖ-Chef Herbert Kickl. Der SPÖ-Vorsitzende geht juristisch gegen Kickls „linke Zecke“-Aussage vor, die dieser bei der 1.-Mai-Kundgebung in Linz getätigt hatte. Bablers Rechtsvertretung sieht darin den Tatbestand der üblen Nachrede oder Beleidigung erfüllt.
Die Staatsanwaltschaft Wien hat nun die Aufhebung von Kickls parlamentarischer Immunität beantragt, um ein Strafverfahren einleiten zu können. Hafenecker wirft dem Vizekanzler vor, die Strafjustiz zu instrumentalisieren, anstatt politische Auseinandersetzungen im öffentlichen Diskurs zu führen.
Scharfe Metaphern
Mit dieser Wortwahl zielt der FPÖ-Politiker darauf ab, den Vizekanzler als überempfindlich und wenig belastbar darzustellen. Die verwendeten Metaphern – von der „Mimose“ bis zur „Prinzessin auf der Erbse“ – sollen den Eindruck mangelnder Kritikfähigkeit verstärken und gleichzeitig die politische Durchsetzungskraft des Vizekanzlers in Zweifel ziehen.
Der Verweis auf eine angebliche „Glaskinn-Dynastie“ innerhalb der SPÖ deutet zudem an, dass Hafenecker dieses vermeintliche Charaktermerkmal als ein grundsätzliches Problem der Sozialdemokratie betrachtet.
Vizekanzler Babler hat sich bislang nicht öffentlich zu den persönlichen Angriffen Hafeneckers geäußert. Die rechtlichen Schritte gegen Kickl werden über seine Rechtsvertretung abgewickelt. Ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Beleidigung kann erst nach Aufhebung der Immunität des FPÖ-Chefs eingeleitet werden.