Die Teuerungswelle rollt wieder stärker durch Österreich. Mit 3,3 Prozent erreicht die Inflation im Juni den höchsten Stand seit einem Jahr.
Die Teuerung in Österreich hat im Juni 2025 wieder an Fahrt aufgenommen. Nach Berechnungen der Statistik Austria kletterte die Inflationsrate auf 3,3 Prozent, nachdem sie im Mai noch bei revidierten 2,9 Prozent gelegen hatte. Der Verbraucherpreisindex erreichte 128,1 Punkte, was einem Anstieg von 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat entspricht.
„So hoch wie aktuell war die Inflation in Österreich zuletzt im Mai vor einem Jahr. Wie in der Schnellschätzung erwartet lag sie im Juni 2025 bei 3,3 %, nach 2,9 % im Mai„, so Thomas Burg, fachstatistischer Generaldirektor von Statistik Austria.
Ursachen der Teuerung
Für den neuerlichen Anstieg der Teuerungsrate sind mehrere Faktoren verantwortlich. Zum einen bremsten die Treibstoffpreise die Inflation weniger stark als in den Vormonaten. Zum anderen verteuerten sich Lebensmittel erstmals seit Oktober 2024 wieder überdurchschnittlich.
Zusätzlich trugen die anhaltend hohen Preissteigerungen bei Strom sowie in der Gastronomie zur beschleunigten Inflation bei.
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Alltägliche Auswirkungen
Besonders deutlich zeigt sich die Teuerung beim täglichen Einkauf: Der Mikrowarenkorb (Messinstrument für typische tägliche Ausgaben wie Nahrungsmittel, Tageszeitungen oder Kaffeehausbesuche), verteuerte sich im Jahresvergleich um 5,6 Prozent. Der Miniwarenkorb (Messinstrument für einen wöchentlichen Einkauf inklusive Treibstoffen), verzeichnete einen Preisanstieg von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Österreich im EU-Vergleich
Im europäischen Vergleich liegt Österreich mit seiner Inflationsrate weiterhin im oberen Feld. Mit 3,3 Prozent im Juni übertrifft die heimische Teuerung deutlich den EU-Durchschnitt von 2,0 Prozent. Während viele EU-Länder die Preissteigerungen zuletzt stärker eindämmen konnten, bleibt Österreich ein Ausreißer nach oben.
Besonders auffällig: Die Preise für Dienstleistungen in Österreich stiegen im Jahresvergleich um 4,3 Prozent und trugen mit 2,0 Prozentpunkten am stärksten zur Gesamtinflation bei. In der Gastronomie fällt der Preisanstieg mit 6,0 Prozent sogar noch deutlicher aus. Ökonomen führen die anhaltend hohe Teuerung in Österreich unter anderem auf die kräftigen Lohnabschlüsse der letzten Monate zurück.