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Augenzeugenberichte

Baumgartner-Absturz: War eine Kamera Schuld am Unfall?

Baumgartner-Absturz: War eine Kamera Schuld am Unfall?
FOTO: EPA/HENNING KAISER
4 Min. Lesezeit |

Ein spiralförmiger Absturz, ein zerknülltes Segel und eine verhängnisvolle Kamera – die Ermittlungen zum tödlichen Unfall des Extremsportlers Felix Baumgartner liefern erste Erkenntnisse.

Ein Augenzeuge beschrieb den dramatischen Moment, als das Fluggerät spiralförmig abstürzte, mit einem völlig zerknüllten Segel. Diese Schilderung bezieht sich auf den tödlichen Unfall des 56-jährigen Felix Baumgartner, der am Donnerstag mit seinem Motor-Paraglider (motorisierter Gleitschirm) verunglückte. Die Staatsanwaltschaft in Fermo in Mittelitalien hat Ermittlungen aufgenommen und vermutet nach ersten Untersuchungen des Fluggeräts einen unerwarteten technischen Zwischenfall als Unfallursache.

Die Rekonstruktion des Unfallhergangs deutet darauf hin, dass eine am Motorgleitschirm befestigte Kamera zum Verhängnis wurde. Diese war mit einer dünnen Schnur angebracht und geriet vermutlich durch eine plötzliche Flugbewegung in den Propeller. Dies führte zum Kollabieren des Segels und zum anschließenden Absturz. Wie aus Ermittlerkreisen verlautete, versuchte der österreichische Basejumper noch, den Notschirm zu aktivieren, befand sich jedoch bereits in zu geringer Höhe, sodass sich dieser nicht mehr rechtzeitig entfalten konnte.

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Die Unfallhypothese bedarf noch der Bestätigung durch ein Gutachten des von der Staatsanwaltschaft Fermo beauftragten technischen Sachverständigen. Die Behörde hat ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eingeleitet. Zwei Augenzeugen, die den Absturz beobachteten und von den Carabinieri (italienische Militärpolizei) befragt wurden, stützen mit ihren Aussagen die vermutete Unfallursache.

In der Paragliding-Community hat der Unfall eine Diskussion über Sicherheitsstandards ausgelöst. Experten betonen, dass die Anbringung zusätzlicher Ausrüstung wie Kameras an Fluggeräten strikten Sicherheitsrichtlinien folgen sollte. Bei Motor-Paraglidern besteht ein besonderes Risiko, wenn lose Teile oder Befestigungsschnüre in die Nähe des Propellers geraten können. Die meisten professionellen Piloten verwenden daher spezielle Halterungen und sichern alle Ausrüstungsgegenstände mehrfach ab.

Zeugenaussagen bestätigen

Ein ortsansässiger Paragliding-Enthusiast, der die letzten Momente des Absturzes miterlebte, erklärte: „Als ich den Absturz gesehen habe, war er nicht mehr weit vom Boden entfernt. Ich bin selbst Paragliding-Fan, und für mich war es kein medizinischer Notfall, der zum Kontrollverlust geführt hat. Ein solcher Sturz, wie ich ihn gesehen habe, kann nur durch ein technisches Problem verursacht werden.“

Eine Urlauberin, die sich zum Unfallzeitpunkt am Strand von Porto Sant’Elpidio aufhielt, schilderte ihre Beobachtungen: „Ich war am Strand und blickte in Richtung des Hotels, als ich den Motor-Paraglider gesehen habe. Er flog niedrig, ich dachte, er wollte landen. Doch plötzlich ist er abrupt abgestürzt.“ Die Ermittler planen zudem, mögliche Aufnahmen der Bodycam auszuwerten, die Baumgartner während seines letzten Fluges trug.

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Zur genauen Todesursache liegen noch keine offiziellen Informationen vor. Die Obduktionsergebnisse stehen noch aus, und die Staatsanwaltschaft in Fermo hat die Leiche bislang nicht freigegeben. Erst nach dieser Freigabe kann der Verstorbene zur Bestattung nach Österreich überführt werden.

Unfallhergang rekonstruiert

Der Extremsportler war von einer Paraglider-Plattform nahe Porto Sant’Elpidio gestartet. Kurz nach dem Start bemerkten Zeugen, dass der Motor-Paraglider an Leistung verlor und abstürzte. Baumgartner prallte gegen eine Holzhütte am Swimmingpool des Feriendorfes „Le Mimose del Club del Sole“. Trotz sofortiger Reanimationsversuche der Rettungskräfte, darunter eine längere Herzdruckmassage und der Einsatz eines Rettungshubschraubers, verstarb der gebürtige Salzburger an der Unfallstelle.

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Die ermittelnden Carabinieri stellten fest, dass Baumgartner während des Fluges keine Hilferufe absetzte. Bei dem Unfall wurde auch eine Mitarbeiterin des Feriendorfes verletzt. Sie erlitt eine Halsverletzung durch ein Trümmerteil, das sich beim Aufprall des Sportgeräts gelöst hatte. Nach einer Erstversorgung vor Ort wurde sie in ein Krankenhaus gebracht.

Baumgartners langjährige Lebensgefährtin Mihaela Radulescu (Schwartzenberg) meldete sich inzwischen erstmals seit dem Tod ihres Partners zu Wort.

In einem emotionalen Instagram-Beitrag schrieb die Journalistin, dass ihr momentan die Worte fehlen würden. „Felix, du wurdest so geliebt. Wir waren Liebe“, verfasste sie zu einem Foto von Baumgartner und drei gemeinsamen Paarbildern.

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KO KOSMO-Redaktion
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