Sinkende Ölpreise sorgen für Aufwind bei Ryanair – die irische Billigfluglinie gibt die Einsparungen direkt an ihre Kunden weiter und senkt die Ticketpreise.
Fluggäste können sich auf günstigere Tickets bei Ryanair freuen. Wie Konzernchef Michael O’Leary gegenüber der Financial Times mitteilte, wird die irische Billigfluggesellschaft von den weltweit gesunkenen Ölpreisen profitieren und diese Einsparungen an die Kunden weitergeben.
„Wir und unsere Passagiere werden erheblich vom dramatischen Rückgang der Ölpreise profitieren“, erklärte O’Leary. Der Rohölpreis ist Anfang April aufgrund der unberechenbaren Zollpolitik der USA unter die Marke von 60 Dollar pro Barrel (Maßeinheit für Rohöl, entspricht 159 Liter) gefallen.
Langfristige Absicherung
Die Fluggesellschaft hat sich strategisch klug positioniert: Durch langfristige Absicherungsgeschäfte hat Ryanair den Großteil seines Treibstoffbedarfs bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 zu festen Preisen vertraglich gesichert. Diese sogenannte Hedging-Strategie (Absicherungsstrategie gegen Preisschwankungen) schützt das Unternehmen vor unerwarteten Preisschwankungen bei einem ihrer größten Kostenfaktoren.
Bei dieser in der Luftfahrtbranche üblichen Praxis nutzen Fluggesellschaften verschiedene Finanzinstrumente, um Treibstoffpreise langfristig zu stabilisieren. Durch Terminkontrakte verpflichten sich Airlines, bestimmte Treibstoffmengen zu einem vorab festgelegten Preis in der Zukunft abzunehmen.
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Alternativ können sie mit Swap-Verträgen (Tauschgeschäfte) variable gegen feste Preise tauschen oder mit Optionen Preisobergrenzen festlegen.
Vorteile für Kunden
Der Vorteil für die Fluggesellschaften liegt auf der Hand: Selbst wenn die Marktpreise steigen, zahlen sie nur den zuvor vereinbarten Preis. Diese Planungssicherheit ermöglicht es Unternehmen wie Ryanair, auch in turbulenten Zeiten kalkulierbare Ticketpreise anzubieten – und nun sogar Preissenkungen durchzuführen.
Unterschiede zu anderen Airlines
Während Ryanair auf besonders langfristige Absicherungen setzt, verfolgen andere Fluggesellschaften etwas flexiblere Ansätze. Die Lufthansa-Gruppe hat derzeit etwa 75 Prozent ihres Kerosinbedarfs für 2025 durch Hedging abgesichert.
Der ungarische Billigflieger Wizz Air plant seine Treibstoffabsicherungen typischerweise über einen kürzeren Zeitraum von zwei bis drei Jahren.
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Für Austrian Airlines, die als Teil des Lufthansa-Konzerns indirekt von sinkenden Ölpreisen profitiert, stellt sich die Situation etwas anders dar. Aufgrund der kleineren Flotte können Preissenkungen nicht im gleichen Umfang wie bei Ryanair an Kunden weitergegeben werden.
Besonders in Österreich dämpfen zudem steigende Flughafen- und Umweltabgaben das Potenzial für niedrigere Ticketpreise. Ryanair hat bereits mehrfach auf die Erhöhung der Luftverkehrssteuer und steigende Gebühren am Flughafen Wien hingewiesen, die den Spielraum für Preissenkungen einschränken.