Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Rettungskräfte machtlos

Bis zu 45 Grad: Hitzehölle fordert fünf Tote in nur 24 Stunden

Bis zu 45 Grad: Hitzehölle fordert fünf Tote in nur 24 Stunden
Symbolbild FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Tödliche Hitze an Italiens Traumstränden: Fünf Menschen starben binnen 24 Stunden im Salento. Das afrikanische Hochdruckgebiet treibt die Temperaturen weiter in die Höhe.

In nur 24 Stunden forderte die Hitze an den Stränden des Salento fünf Menschenleben. Das Küstengebiet im Süden Apuliens, am sogenannten Stiefelabsatz Italiens, wurde am Montag und Dienstag zum Schauplatz mehrerer Tragödien. Bereits der Wochenstart brachte drei Todesfälle: In Porto Cesareo verstarb ein 79-jähriger Mann, während ein 66-jähriger Unternehmer aus Ostuni auf seinem Boot einem tödlichen Anfall erlag. Zudem kam eine 19-jährige Urlauberin aus Moldawien, die mit ihren Eltern in Italien weilte, ums Leben.

Der Dienstag setzte die tragische Serie fort. In Torre dell’Orso, einem Ortsteil des Badeortes Melendugno in Apulien, brach ein etwa 60-jähriger Schwimmer im Meer zusammen. Obwohl andere Badegäste seinen leblosen Körper im Wasser entdeckten und umgehend Hilfe holten, konnten die schnell eintreffenden Rettungskräfte trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen sein Leben nicht mehr retten.

Kurz zuvor hatte sich in Torre Inserraglio ein ähnlicher Vorfall ereignet: Ein 82-jähriger Urlauber aus einem nahegelegenen Ferienresort erlitt an einem Strandlokal einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Auch hier blieben die sofortigen Hilfsmaßnahmen durch Badegäste, Rettungsschwimmer und Sanitäter erfolglos. Nach Aufnahme der Ermittlungen durch Carabinieri (italienische Militärpolizei) und Küstenwache wurde der Leichnam an die Ehefrau des Verstorbenen übergeben.

📍 Ort des Geschehens

Extreme Hitzewelle

Als wahrscheinliche Ursache für die gehäuften Todesfälle gelten die extremen Sommertemperaturen in der Region. Prognosen zufolge werden die Werte im Laufe dieser Woche auf über 40 Grad klettern. Ganz Süditalien leidet derzeit unter einer anhaltenden Hitzewelle, die auch in den kommenden Tagen für Besorgnis hinsichtlich weiterer hitzebedingter Notfälle sorgt.

⇢ Rekordhitze: Hier werden bis zu 50 Grad erwartet

Das von Meteorologen als „Kamel“ bezeichnete afrikanische Hochdruckgebiet treibt die Temperaturen in Süditalien auf 42 bis 45 Grad. Besonders betroffen ist Sizilien, wo bis zum Wochenende außergewöhnliche Hitze vorhergesagt wird.

Auch für Apulien, die Basilikata und Kalabrien werden Spitzenwerte jenseits der 40-Grad-Marke erwartet.

Behörden ergreifen Schutzmaßnahmen

Angesichts der dramatischen Situation haben italienische Behörden verschiedene Präventionsmaßnahmen eingeleitet. In der Lombardei wurde bereits ein Verbot von Außenarbeiten zwischen 12.30 und 16 Uhr bis Mitte September erlassen. Diese Maßnahme soll das Risiko hitzebedingter Notfälle verringern und gilt besonders für körperlich anstrengende Tätigkeiten. Weitere Regionen prüfen aktuell ähnliche Einschränkungen, um vor allem Arbeiter und Strandbesucher besser zu schützen.

⇢ 30 Grad warmes Wasser: Warum überhitztes Meer tödlich werden kann

An den betroffenen Küstenabschnitten haben die Rettungsdienste ihre Präsenz verstärkt, um bei Notfällen wie Kreislaufzusammenbrüchen oder Hitzeschlägen schnell reagieren zu können. Zusätzlich werden Touristen und Einheimische durch gezielte Warnungen über die Gefahren extremer Temperaturen informiert.

Gesundheitsexperten raten Strandbesuchern, besonders während der Mittagshitze im Schatten zu bleiben, ausreichend zu trinken und bei ersten Anzeichen von Unwohlsein sofort Hilfe zu suchen. Besonders ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sollten in den heißesten Stunden des Tages große körperliche Anstrengungen vermeiden.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen