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Bosnien: Corona-Neuinfektionen 5 Mal höher als im EU-Durchschnitt

(FOTO: zVg.)

Die Länder des Westbalkans, darunter auch Bosnien-Herzegowina, zählen europaweit gesehen zu den Problemstaaten, wenn es um das Coronavirus geht. Die Neuinfektionen sind um ein Vielfaches höher als in EU-Mitgliedsländern.

Diese Woche plant die EU, die Reisebeschränkungen für Drittstaaten erneut zu evaluieren. Unter den derzeit 32 Risikoländern (laut österreichischem Außenministerium) befinden sich alle Westbalkanstaaten. Für die Neubewertung des Corona-Risikos werden verschiedenste Bereiche gemeinsam analysiert. Dazu zählen unter anderem das Infektionsgeschehen, die geltenden Corona-Maßnahmen, sowie wirtschaftliche und soziale Faktoren.

Täglichen Neuansteckungen ausschlaggebend
Die Obergrenze bei der Anzahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus muss für eine Lockerung der Reisebeschränkungen in den vergangenen 14 Tagen nahe am oder unter dem EU-Durchschnitt liegen. Eine der wichtigsten Berechnungsgrundlagen für eine mögliche Lockerung der geltenden Reisewarnungen und damit verbundenen PCR-Test– und Quarantänepflicht ist die Anzahl an Infektionen pro 100.000 Einwohner.

„Die Europäische Union hat noch keine genauen Zahlen definiert, jedoch wissen wir, dass sie sich an dem Durchschnitt an Neuinfektionen in den Mitgliedstaaten orientieren wird. Mit 30. Juli betrug dieser Wert 20. Diese Zahl ist besonders für Drittstaaten wichtig, um grünes Licht von den EU-Mitgliedstaaten zu bekommen“, erklärte Amer Osmić, Professor an der Fakultät für Politikwissenschaften in Sarajevo.

Wert in Bosnien 5 Mal so hoch
Wenn man sich das Infektionsgeschehen in Bosnien-Herzegowina im Zeitraum vom 23. Juli bis 5. August ansieht, so kommt man auf 111 tägliche Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Hierbei wurde die letzte Volkszählung im Lande, die 2013 durchgeführt wurde als Grundlage für die Berechnung herangezogen. Laut dieser leben 3.531.159 Menschen in Bosnien-Herzegowina.

„Die reale Bevölkerungszahl, die heute um einiges geringer ist, würde auch die durchschnittlichen täglichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern stark beeinflussen. Wir würden auf einen noch höheren Wert kommen“, fügte Osmić hinzu. Der Politologe ist der Meinung, dass die Anzahl an täglichen Neuansteckungen im Zwei-Wochen-Durchschnitt merklich höher ist.

„Wie dem auch sei, selbst mit der Volkszählung aus 2013 als Berechnungsgrundlage haben wir 5,5 Mal mehr Infizierte pro 100.000 Einwohner im Vergleich zum EU-Durchschnitt“, resümierte Osmić.

Quellen & Links: