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Ausländer-Quote

Bosnien-Herzegowina beschäftigt immer mehr ausländische Arbeitskräfte!

Bosnien-Herzegowina beschäftigt immer mehr ausländische Arbeitskräfte!
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ausländische Arbeitskräfte in Bosnien und Herzegowina bleiben Randerscheinung. Der Anteil ausländischer Arbeitskräfte auf dem bosnisch-herzegowinischen Arbeitsmarkt bleibt auch 2024 verschwindend gering. Lediglich 0,7 Prozent der Beschäftigten kommen aus dem Ausland – ein minimaler Anstieg, der den heimischen Arbeitsmarkt kaum beeinflusst. Dies geht aus dem aktuellen Jahresbericht zur Beschäftigung von Ausländern hervor.

Obwohl der Ministerrat für das vergangene Jahr insgesamt 6.073 Arbeitsgenehmigungen bewilligt hatte – davon 2.450 Verlängerungen und 3.623 Neuanträge – wurden tatsächlich nur 5.798 Genehmigungen ausgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies dennoch einen deutlichen Zuwachs von 26,4 Prozent.

Von den ausgestellten Genehmigungen fielen 3.422 unter die festgelegte Jahresquote, während 2.376 für Sonderfälle wie Hochqualifizierte, Sportler oder Personen mit internationalen Abkommen außerhalb dieser Quote vergeben wurden. Bemerkenswert sind die regionalen Unterschiede bei der Quotenausschöpfung: Während die Republika Srpska ihre Quote fast vollständig (98 Prozent) ausschöpfte, nutzte die Föderation BiH lediglich 42 Prozent der verfügbaren Kontingente. Der Brcko-Distrikt lag mit 64 Prozent im Mittelfeld.

Herkunft und Qualifikation

Die Türkei führt die Liste der Herkunftsländer an, gefolgt von Nepal, Serbien, Indien und Bangladesch. Besonders stark wuchs die Zahl der Arbeitskräfte aus Indien, Nepal und China. Nach Qualifikation betrachtet dominieren angelernte Arbeiter mit 27,8 Prozent, gefolgt von Hochschulabsolventen (22,3 Prozent) und Personen mit mittlerem Bildungsabschluss (21,7 Prozent).

Das Baugewerbe stellt mit 22,5 Prozent den größten Beschäftigungssektor dar, vor dem verarbeitenden Gewerbe (14,6 Prozent) und dem Dienstleistungssektor (12,2 Prozent). Auffällig bleibt das Geschlechtergefälle: Nur 14 Prozent der Arbeitsgenehmigungen gingen an Frauen, während Männer mit 86 Prozent den Löwenanteil erhielten.

Bürokratische Hürden

Im Fünfjahresvergleich schwankte die Quotenausschöpfung zwischen 51 Prozent (2022) und 71 Prozent (2021). Während die Republika Srpska ihre Quote seit drei Jahren konstant hält, erhöhte die Föderation BiH ihre Kontingente für 2024 um 76 Prozent und für 2025 um weitere 5 Prozent. Noch deutlicher fiel die Steigerung im Brcko-Distrikt aus: 136 Prozent für 2024 und 96 Prozent für 2025.

⇢ Arbeitsmarkt-Schock: Trotz Mini-Wachstum explodiert Arbeitslosigkeit

Trotz des wachsenden Bedarfs an ausländischen Fachkräften in Schlüsselbranchen wie Bau, Industrie und Gastronomie erschweren bürokratische Hürden die effektive Nutzung der Kontingente. Komplizierte Verfahren, uneinheitliche Prozesse und mangelnde Koordination zwischen den Behörden bremsen den Zuzug. Zudem deutet das Ungleichgewicht zwischen Neuanträgen und Verlängerungen darauf hin, dass Bosnien und Herzegowina für ausländische Arbeitskräfte zwar kurzfristig attraktiv ist, diese jedoch selten langfristig im Land bleiben.

Die Situation stellt das Land vor ein klassisches Dilemma: Während Arbeitgeberverbände eine Erhöhung der Quoten fordern, verweisen Gewerkschaften auf das ungenutzte Potenzial einheimischer Arbeitskräfte.

Arbeitsmarktparadoxon: Fachkräftemangel trotz Jugendarbeitslosigkeit

Besonders paradox erscheint die Situation vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Jugendarbeitslosenquote von rund 27,3 Prozent im Jahr 2023. Trotz eines erheblichen ungenutzten Potenzials unter jungen Einheimischen wächst der Bedarf an ausländischen Arbeitskräften in bestimmten Branchen stetig. Diese Diskrepanz erklärt sich vor allem durch ein Missverhältnis zwischen Ausbildungsinhalten und tatsächlich nachgefragten Qualifikationen sowie durch die anhaltende Abwanderung qualifizierter Fachkräfte ins europäische Ausland.

Experten plädieren für einen Mittelweg – ein transparentes System, das einerseits den heimischen Arbeitsmarkt schützt, andererseits aber flexibel genug ist, um unter strenger Kontrolle ausländische Fachkräfte ins Land zu holen. Langfristig müsse jedoch vor allem die berufliche Bildung reformiert werden, um junge Bosnier besser auf die tatsächlichen Anforderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten.

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KO KOSMO-Redaktion
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