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Hochwasserwarnung

Bosnien kämpft gegen Hochwasser – Save steigt weiter an

Bosnien kämpft gegen Hochwasser – Save steigt weiter an
(Symbolbild FOTO: iStock)
4 Min. Lesezeit |

Überflutete Häuser, gesperrte Straßen, Stromausfälle – Bosnien kämpft gegen die Folgen tagelanger Regenfälle. Und Entwarnung bleibt aus.

Tagelange Regenfälle haben Bosnien und Herzegowina in Atem gehalten – Katastrophenschutzbehörden und Gemeinden standen landesweit vor einer harten Bewährungsprobe. In den betroffenen Regionen beruhigt sich die Lage zwar allmählich, doch von Entwarnung kann noch keine Rede sein. Im Kanton Tuzla beeinträchtigen Schäden an Hochspannungsleitungen weiterhin die Stromversorgung.

In der Gemeinde Pelagicevo wurde in zwei Ortsgemeinden der Ausnahmezustand ausgerufen, nachdem die anhaltenden Niederschläge Gewässer zum Überlaufen gebracht hatten. Wohnhäuser wurden überflutet, mehrere Straßenverbindungen waren zeitweise nicht passierbar. Das rasche Eingreifen der Behörden zeigte jedoch Wirkung.

Bürgermeister Slavko Tesic zeigte sich vorsichtig optimistisch: „Die Maschinen sind bereits im Einsatz, und in der Ortsgemeinde Cendici, wo der Ausnahmezustand gilt, sind erste Verbesserungen sichtbar. In zwei, drei Tagen sollte dieser erste Arbeitsabschnitt abgeschlossen sein – dann besteht für die Haushalte in diesem Bereich keine unmittelbare Gefahr mehr.“

Lage unter Kontrolle

Auch der Premierminister der Republika Srpska, Savo Minic, betonte, die Lage sei unter Kontrolle. Bei den großen Flüssen sei zwar ein leichter Anstieg verzeichnet worden, die Kapazitäten der Flussbetten seien aber noch nicht ausgeschöpft. Bei Wildbächen hingegen gebe es erwartungsgemäß Schwierigkeiten.

„Manchmal müssen wir auch selbstkritisch sein – vielleicht hätten wir manches früher angehen müssen, sowohl auf Gemeindeebene als auch wir. Aber das ist nicht das Entscheidende. Wichtig ist, dass es zu keinen Schäden kommt und vor allem keine Menschenleben in Gefahr geraten“, sagte Minic.

In Prijedor verlief die vergangene Nacht deutlich ruhiger als die davor, als die erste Hochwasser-Bereitschaftsstufe ausgerufen worden war. Die Pegel der Flüsse Sana, Una und Ukrina haben ihren Höchststand erreicht, ein Rückgang wird erwartet. Der Blick richtet sich dennoch weiterhin auf den Himmel – und auf das Grmeč-Gebirge.

Miroslav Milovanovic, Direktor der öffentlichen Einrichtung Vode Srpske, gab sich für die unmittelbare Zukunft zuversichtlich: „In den nächsten 24 Stunden können wir für die Stadt Prijedor von einer günstigen Situation ausgehen. Auch in den übrigen Ortsgemeinden ist die Lage sehr stabil. Die großen Flüsse liegen unterhalb der regulären Hochwasserschutzmarken.“

Sein Kollege Miroslav Krneta vom Katastrophenschutz Prijedor verwies jedoch auf eine mögliche Unwägbarkeit: „Ein Problem könnte der Pegelstand der Sana bei Ključ werden. Auf dem Grmeč sind rund 80 Zentimeter Schnee gefallen – je nach Intensität der Schneeschmelze wird das den Fluss beeinflussen. Dann werden wir sehen, wie wir weiter vorgehen.“

Schnee & Stromausfälle

Nicht nur Wasser, auch Schnee sorgte für ernste Probleme: Im Kanton Una-Sana brachten die Schneemassen Bäume zum Stürzen, die dabei Stromleitungen beschädigten. Während sich die Versorgungslage in Cazin und Bužim inzwischen normalisiert hat, sind zahlreiche Siedlungen nach wie vor ohne Strom.

Dževad Livaković, Direktor des Katastrophenschutzes des Kantons Una-Sana, schilderte die Lage: „Größere Probleme bestehen weiterhin im Gebiet der Gemeinde Velika Kladusa, der Stadt Bihac sowie in Teilen von Bosanski Petrovac, Kljuc, Sanski Most und Bosanska Krupa. Das Niederspannungsnetz hat durch umgestürzte Bäume erhebliche Schäden genommen. Die Straßenverbindungen sind hingegen alle befahrbar.“

Im Distrikt Brcko ziehen sich die Flüsse Brka und Tinja in ihren Oberläufen zurück, doch der Wasserstand im städtischen Kanalisationsnetz steigt. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Save, deren Pegel kontinuierlich zunimmt. Im Einzugsgebiet der Sana ist die Lage derzeit stabil und fällt besser aus als prognostiziert.

Im Einzugsgebiet der Spreca befinden sich die hydrologischen Stationen Karanovac und Modrac im Informationszustand, ein Austreten aus dem Flussbett ist nicht auszuschließen. Der Anstieg der Save hält unvermindert an.

Eine Wetterberuhigung wird für die kommenden sieben Tage nicht erwartet. Bereits ab Dienstag sind neuerliche Niederschläge angekündigt – diese sollen nach bisherigen Einschätzungen jedoch schwächer ausfallen als jene, die in den vergangenen Tagen für die angespannte Lage gesorgt haben.

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KO KOSMO-Redaktion
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