Brasiliens Polizeieinsatz gegen Drogenbande fordert mehr Opfer als zunächst bekannt. Statt 60 starben mindestens 132 Menschen bei der umstrittenen Aktion gegen das „Rote Kommando“.
Bei dem Polizeieinsatz gegen Drogenhändler in Rio de Janeiro sind nach neuesten Angaben einer brasilianischen Justizbehörde mindestens 132 Menschen ums Leben gekommen. Die für Rechtsbeistand zuständige Behörde übermittelte diese Information der Nachrichtenagentur AFP, während der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Claudio Castro, zuvor von etwa 60 Todesopfern gesprochen und eine mögliche Erhöhung dieser Zahl angedeutet hatte. Der Einsatz richtete sich gegen die größte Drogenbande Rios, das „Comando Vermelho“ (Rotes Kommando), und löste sowohl in der Bevölkerung als auch international Bestürzung aus.
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In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten 30 zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter Amnesty International, den Polizeieinsatz und bezeichneten ihn als Beleg für das „Scheitern“ der brasilianischen Sicherheitspolitik. Die Regierung in Brasília berief daraufhin eine Krisensitzung ein.