Ein Amoklauf, acht Tote – und ein KI-Chatbot, der offenbar Warnsignale erkannte, aber schwieg.
Die Regierung der kanadischen Provinz British Columbia hat Klage gegen das KI-Unternehmen OpenAI sowie dessen Geschäftsführer Sam Altman eingereicht. Hintergrund ist ein Amoklauf, den eine 18-Jährige im Februar in der Kleinstadt Tumbler Ridge verübte und bei dem acht Menschen ihr Leben verloren. Wie aus der Klage hervorgeht, soll die Täterin im Vorfeld auffällige Konversationen mit einem ChatGPT-Chatbot geführt haben, die intern Warnmeldungen auslösten – die jedoch nicht an die zuständigen Behörden weitergeleitet wurden.
Scharfe Kritik
Niki Sharma, Attorney General der Provinz British Columbia, übte scharfe Kritik an OpenAI und warf dem Unternehmen vor, trotz vorhandener Hinweise untätig geblieben zu sein. Sie erklärte, die Klage solle auch klären, wie OpenAI künftig mit vergleichbaren Bedrohungslagen umzugehen habe. Die Schule in Tumbler Ridge, an der sich das Verbrechen ereignete, wurde inzwischen abgerissen – im August, wenige Monate nach der Tat.
Tumbler Ridge ist eine kleine Gemeinde mit rund 2.400 Einwohnern am Rand der Rocky Mountains in British Columbia. Der Amoklauf zählt zu den schwersten in der Geschichte Kanadas und hat die Ortschaft nachhaltig erschüttert.
Parallele Ermittlungen
Während das Verfahren gegen OpenAI in San Francisco eingeleitet wurde, laufen parallel dazu die Ermittlungen der Royal Canadian Mounted Police weiter. Sharma räumte ein, dass ein Gerichtsverfahren den erlittenen Verlust nicht aufwiegen könne – betonte jedoch: „OpenAI zur Rechenschaft zu ziehen, dringend benötigte Antworten einzuholen und strengere Schutzmaßnahmen zu fordern, sind jedoch wichtige Schritte, um künftige Tragödien zu verhindern.“