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Crashtest

Darum sind Oldtimer rollende Todesfallen

Darum sind Oldtimer rollende Todesfallen
(Foto: Pexels)
3 Min. Lesezeit |

Dickes Blech und massiver Stahl – viele Autoliebhaber schwören auf die vermeintliche Sicherheit von Oldtimern. Doch ein Ingenieur räumt mit diesem gefährlichen Irrglauben auf.

Der weit verbreitete Mythos, dass alte Autos sicherer seien als moderne Fahrzeuge, hält sich hartnäckig in Gesprächen unter Autoliebhabern. „Autos wie früher bauen“ würde jedoch bedeuten, auf zahlreiche essenzielle Sicherheitsfeatures zu verzichten, die heute Standard sind – allen voran Airbags und Knautschzonen. Um mit dieser Fehlannahme aufzuräumen, hat die Ingenieurfirma Munro & Associates ein aufschlussreiches Video produziert.

Chefingenieur Carl Crittenden betont dabei, dass er selbst ein großer Fan klassischer Automobile ist. Er sammelt und restauriert in seiner Freizeit alte Fahrzeuge. Doch selbst als Oldtimer-Enthusiast muss er eingestehen: Die Vorstellung, dass eine Jahrzehnte alte Limousine mit klassischer Rahmenbauweise besser konstruiert sei als ein modernes Fahrzeug, hält keiner sachlichen Prüfung stand.

Aufschlussreiche Crashtests

Besonders aufschlussreich ist ein Crashtest des amerikanischen Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) aus dem Jahr 2009. Darin prallten ein Chevrolet Bel Air von 1959 und ein Chevrolet Malibu von 2009 aufeinander. Das Ergebnis war eindeutig: Der Oldtimer wurde beim Aufprall regelrecht zertrümmert. Obwohl der Malibu keineswegs als Spitzenmodell der Ingenieurskunst gilt, übertraf er den Bel Air in Sachen Sicherheit um Längen.

Dennoch wird dieses Video auch 16 Jahre später noch kontrovers diskutiert. Crittenden räumt mit einem häufigen Vorwurf auf: Entgegen der Behauptung vieler Kritiker wurden Motor und Getriebe vor dem Test nicht aus dem Bel Air entfernt. Fotos belegen eindeutig, dass der Motor während des Crashtests im Fahrzeug verblieb.

Ebenso widerlegt der Ingenieur die Unterstellung, dass Halterungen am Kotflügel entfernt worden seien, um dessen Ablösung zu erleichtern. Er erklärt, dass beim Bel Air die Kotflügel konstruktionsbedingt lediglich am Kühlerträger und an der Karosserie befestigt sind. Im Gegensatz dazu verfügen die meisten modernen Fahrzeuge über Kotflügel, die an einer speziellen Metallstruktur montiert sind, die gleichzeitig als Knautschzone fungiert.

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Moderne Verstärkungen

Zwar stimmt es, dass früher bei der Autoproduktion dickeres Blech verwendet wurde, doch die Karosserieteile waren dennoch weniger stabil, da sie keine Verstärkungen aufwiesen. Crittenden demonstriert dies anhand eines Vergleichs zwischen einer Tür aus dem Jahr 1961 und der Tür eines neuen Kia EV9. Die ältere Tür ist zwar einen Millimeter dicker, aber komplett hohl. Die moderne Tür hingegen besteht aus dünnerem Blech, verfügt jedoch über strategisch platzierte Verstärkungen an kritischen Stellen.

Wer also Sicherheit als oberste Priorität beim Autokauf betrachtet, sollte nicht zu einem alten Straßenkreuzer greifen.

Natürlich hat ein Oldtimer seinen ganz eigenen Charme und durchaus Vorzüge – doch erhöhte Sicherheit zählt definitiv nicht dazu.

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KO KOSMO-Redaktion
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