Eine beliebte Wetter-App gerät ins Visier: 26 Tracker wurden entdeckt, die Nutzerdaten an Drittanbieter senden. Datenschutzexperten warnen vor Risiken.

Am 23. März wird das Wetter nicht nur zum Gesprächsthema, sondern lenkt auch die Aufmerksamkeit auf den Klimawandel. Überall in Österreich sind steigende Temperaturen zu beobachten. In diesem Kontext rückt die Wetter-App auf vielen Smartphones in den Fokus, die oft als praktischer Helfer dient. Doch hinter der harmlosen Fassade einer solchen App könnte sich eine erhebliche Bedrohung für die Privatsphäre verbergen.
Untersuchung der Wetter-App
Eine Untersuchung des unabhängigen Informationsportals Mobilsicher hat die App „Wetter: Weather Underground“ genauer unter die Lupe genommen und dabei 26 Tracker entdeckt. Diese App, die im Google Play Store kostenlos verfügbar ist und mehr als zehn Millionen Downloads verzeichnet, wird von Nutzern mit 4,6 von fünf Sternen bewertet.
Trotz dieser hohen Bewertung könnte es sinnvoll sein, die App zu entfernen, insbesondere wenn ihre Nutzung potenzielle Risiken birgt.
Mobilsicher führte einen sogenannten Volltest der Version 6.17.0 der App durch. Dabei wurde die App im realen Betrieb auf einem Gerät installiert, während Nutzerinteraktionen durch ein Programm simuliert wurden. Die Experten erklärten: „Bei einem Volltest analysieren wir eine App im realen Betrieb. Wir installieren sie auf einem Gerät und starten sie. Die Nutzerinteraktionen werden durch ein Programm erzeugt. […] Wir untersuchen, welche Daten während der Nutzung tatsächlich versendet werden und wer die Empfänger sind. Dabei durchsuchen wir den Datenfluss nach Kennnummern, Passwörtern und anderen Eingaben, die wir beim Test gemacht haben.“
Datenschutzrisiken und Alternativen
Die Untersuchung ergab, dass die App Daten an verschiedene Drittanbieter weiterleitet, die diese für Werbezwecke analysieren. Einige dieser Drittanbieter agieren als Identitätsprovider oder Datenhändler. Besonders auffällig war Full Circle Studies durch aggressive Werbung und unerwünschtes Tracking.
Mit dem Tool AppChecker prüft das Portal, welche Daten von Apps gesammelt werden und wie diese genutzt werden, sodass Nutzer Datenschutzrisiken besser einschätzen können. Zusätzlich zu den umfangreichen Werbeanalysen fordert die App zehn Berechtigungen, von denen nur drei ausdrücklich bestätigt werden müssen. Die übrigen sind als „nicht zustimmungspflichtig“ klassifiziert und umfassen den Zugriff auf den genauen und ungefähren Standort sowie den Gerätespeicher.
Für Nutzer, die großen Wert auf den Schutz ihrer persönlichen Daten legen, bietet Mobilsicher alternative Wetter-Apps an, die teilweise gar keine Tracker verwenden.
Lesen Sie auch: