In Berlin-Marzahn ist ein 75-Jähriger im Treppenhaus eines Hochhauses verstorben. Bewohner des Gebäudes gaben an, dass beide Aufzüge seit längerer Zeit nicht funktionierten. Der Verstorbene wohnte im 18. Stockwerk und musste somit 288 Stufen bewältigen.
Der Senior hatte am Unglückstag offenbar Einkäufe erledigt und versuchte anschließend, seine Wohnung zu Fuß zu erreichen. Eine Nachbarin entdeckte ihn später am Nachmittag erschöpft auf einer Treppenstufe sitzend, mit dem Rücken an die Wand gelehnt. Rettungsmaßnahmen blieben erfolglos. Die Behörden haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, wobei die exakte Todesursache noch untersucht wird.
Defekte Aufzüge
Laut Aussagen der Hausbewohner war einer der Aufzüge bereits seit Juni nicht mehr in Betrieb, der zweite fiel Ende August aus. Eine Reparatur erfolgte erst am 4. September – nach dem tragischen Vorfall. Die landeseigene Berliner Wohnungsbaugesellschaft Degewo teilte mit, man habe die Mieterschaft über die Situation informiert und Unterstützung angeboten.
Das Wohnungsunternehmen verweist auf ein spezielles Hilfeprogramm für ältere Mieter, das Notfallknöpfe und Haushaltsunterstützung in kritischen Situationen vorsieht. Diese Maßnahmen sollen Bewohner bei längeren Aufzugsausfällen entlasten, besonders jene in höheren Stockwerken.