Während Österreichs Pflegesektor verzweifelt nach Fachkräften sucht, bringt eine Initiative Geflüchtete und potenzielle Arbeitgeber zusammen – mit vielversprechenden Perspektiven.
Der Pflegesektor in Österreich steht vor einem massiven Personalmangel. Prognosen der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) bestätigen, dass bis 2050 etwa 200.000 Fachkräfte in der Pflege- und Betreuungsbranche fehlen werden. Diese alarmierende Entwicklung unterstreicht die Dringlichkeit gezielter Integrationsmaßnahmen für Zuwandernde. Am Mittwochvormittag verwandelte sich das Hörsaalzentrum am Campus der Universität Wien in einen belebten Jobmarkt. Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) organisierte dort eine Karriereplattform, bei der mehr als 200 arbeitssuchende Geflüchtete und Vertriebene aus ÖIF-Deutschkursen die Möglichkeit nutzten, sich über Berufschancen im Pflegebereich zu informieren. Zu den anwesenden Arbeitgebern zählten namhafte Organisationen wie die Caritas, der Fonds Soziales Wien, HABIT – Haus der Barmherzigkeit, das Bit Schulungszentrum sowie die Wiener Sozialdienste.
„Wer schnell Deutsch lernt und rasch arbeitet, integriert sich am besten. Deshalb bringen die Karriereplattformen Teilnehmer aus den Deutschkursen und Unternehmen direkt zusammen – damit Deutschlernen und Arbeiten so früh wie möglich verknüpft wird“, sagt Franz Wolf, Direktor des Integrationsfonds (ÖIF). Die Teilnehmenden bringen unterschiedliche sprachliche und berufliche Qualifikationen mit. Neben dem Spracherwerb spielt die berufliche Tätigkeit eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Integration.
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Ukrainische Perspektiven
Unter den Interessierten befinden sich zahlreiche Ukrainerinnen mit langfristigen Plänen für Österreich. Die aus Dnipro geflüchtete Olena, früher als Übersetzerin tätig, möchte in Wien eine Ausbildung zur Diplom Gesundheits- und Krankenpflegerin beginnen. Seit dem Kriegsausbruch 2022 haben laut offiziellen Angaben rund 80.000 Ukrainer, überwiegend Frauen, in Österreich Zuflucht gesucht – viele mit der Absicht zu bleiben und langfristige Integrations- und Berufsperspektiven im Pflegebereich zu verfolgen. Auch der 32-jährige Achmed aus Somalia zeigt Interesse an einer Position als Pflegeassistent. Für alle Teilnehmenden gilt: Parallel zur Berufsausbildung müssen die Deutschkurse fortgesetzt werden.
Bisherige Erfolge
Die ÖIF-Karriereplattformen existieren seit drei Jahren und verzeichneten bisher 19.000 geflüchtete Teilnehmer. In der Vergangenheit wurden bereits Jobmöglichkeiten in verschiedenen Branchen vorgestellt – darunter Lebensmittelhandel, Verkauf, Gastronomie, Hotellerie, Reinigungsservice und Logistik. Allerdings bleibt unklar, wie viele der asyl- und subsidiär Schutzberechtigten tatsächlich eine Anstellung gefunden haben.
Laut ÖIF liegen hierzu keine konkreten Statistiken vor.
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