1.800 Euro Gehalt, 1.400 Euro fixe Kosten – für eine Familie wird der Traum von Deutschland zum täglichen Überlebenskampf.
Ein Umzug nach Deutschland gilt vielen als Chance auf ein besseres Leben – doch was auf dem Papier verlockend wirkt, entpuppt sich in der Realität oft als harte Bewährungsprobe. Das musste auch ein Mann erfahren, der vor einem halben Jahr seine Frau und sein Kind im Rahmen des Familiennachzugs zu sich nach Deutschland holte. In der Facebook-Gruppe „Leben in Deutschland“ schilderte er seine Lage offen: Mit einem monatlichen Gehalt von 1.800 Euro kommt er kaum über die Runden.
Allein die Miete verschlingt 1.100 Euro, der Kindergartenplatz schlägt mit weiteren 300 Euro zu Buche. Was nach der Rechnung übrig bleibt, reicht kaum für den Alltag.
Sprachbarrieren & Alltag
Doch die finanziellen Engpässe sind nur ein Teil des Problems. Das Kind tut sich ohne Sprachkenntnisse schwer, im Kindergarten Fuß zu fassen, und auch die Eingewöhnung gestaltet sich mühsam. Die Frau des Mannes spricht kein Deutsch – und ohne Sprachkenntnisse ist die Jobsuche in Deutschland so gut wie aussichtslos.
Die Reaktionen in der Gruppe fielen erwartungsgemäß gemischt aus. Einige Nutzer zeigten Verständnis und rieten zur Geduld: Kinder würden die Sprache erfahrungsgemäß rasch im Kindergarten aufschnappen, und mit der Zeit werde sich vieles einpendeln. Andere schlugen pragmatischere Lösungen vor – etwa das Kind vorübergehend vom Kindergarten abzumelden, um die monatlichen Kosten zu senken, bis zumindest einer der beiden Elternteile eine Anstellung gefunden hat.
Nicht alle Kommentare waren jedoch von Mitgefühl geprägt. Manche Nutzer übten deutliche Kritik und stellten die Entscheidung des Mannes grundsätzlich in Frage. Warum die Frau nicht arbeite, wurde gefragt – und ob es nicht bequemer sei, zu Hause zu bleiben, als sich um Arbeit zu bemühen. Als EU-Bürger habe ein Kroate ohnehin das Recht, mit seiner Familie nach Deutschland zu ziehen – ein formelles Nachzugsverfahren sei dafür nicht erforderlich. Und wenn die Frau schon nicht erwerbstätig sei, so eine weitere Stimme, könne sie das Kind doch selbst betreuen – wozu dann der teure Kindergartenplatz?
Hilfsangebote in Deutschland
Konstruktiver waren jene Stimmen, die auf konkrete Unterstützungsmöglichkeiten hinwiesen. In Deutschland gibt es eine Reihe von Leistungen, die Familien in finanziellen Engpässen zugutekommen können: Wohngeld, Kita-Zuschüsse und Kindergeld zählen dazu. Als erste Anlaufstellen wurden das Jugendamt sowie die lokale Gemeindeverwaltung empfohlen, wo entsprechende Formulare und Beratung erhältlich sind.
Auch die Caritas wurde als Hilfsorganisation genannt, die Familien in solchen Situationen begleitet und unterstützt.