Fünf kroatische Strände, ein europäischer Spitzenreiter – das neue Ranking der Tourismusexperten hält einige Überraschungen bereit.
Der weltweit anerkannte Reiseführer „The World’s 50 Best Beaches“ hat seine Liste der 50 schönsten europäischen Strände für das Jahr 2026 veröffentlicht. Das Ranking entsteht nicht durch Publikumsabstimmungen, die erfahrungsgemäß ohnehin die bekanntesten Destinationen begünstigen, sondern durch die Einschätzungen von mehr als tausend Tourismusexperten. Bewertet werden natürliche Schönheit, Wasserqualität, Umweltschutz und die Einzigartigkeit eines Ortes.
Den Titel des schönsten Strandes Europas 2026 sicherte sich der griechische Strand Fteri – ein nahezu unberührtes Naturjuwel auf der ionischen Insel Kefalonia. Senkrechte weiße Klippen stürzen dort dramatisch ins türkisfarbene Meer, und ein Bett aus hellem Kies und Sand vervollständigt das Bild eines verborgenen Paradieses, das kaum zu glauben scheint, real zu sein.
Kroatiens Strände
Gleich fünf kroatische Strände schafften es in die Auswahl – wobei der bekannteste von ihnen keineswegs am besten abschnitt. Die höchste Platzierung unter den kroatischen Vertretern erzielte Podrace auf Rang 14. Die türkisfarbene Bucht in unmittelbarer Nachbarschaft von Punta Rata gilt als eines der schönsten versteckten Küstenjuwele des Landes.
Internationale Aufmerksamkeit erlangte der Kiesstrand, als das Europäische Parlament ihn als erste Empfehlung für einen Sommerurlaub in Europa hervorhob. Auch das renommierte Portal European Best Destinations zählte ihn zu den 15 begehrtesten Reisezielen weltweit. Die aktuelle Platzierung unterstreicht diesen Ruf einmal mehr.
Auf Rang 32 folgt der Strand Pasjaca an der Küste von Konavle. Seine Entstehungsgeschichte ist ungewöhnlich: 1955 wurde für den Bau eines Tunnels zum Meer Gestein abgetragen und am Ufer belassen – die Wellen formten daraus binnen weniger Jahre einen Strand aus Kies und feinem Sand. Der Zugang führt über einen steilen Pfad und in den Fels gehauene Stufen, teils durch ausgehöhlte Tunnel.
Der Höhenunterschied von rund 200 Metern macht den Ab- und Aufstieg zu einem kleinen Abenteuer, das körperlich fitte Besucher voraussetzt. Wer den Weg auf sich nimmt, wird mit spektakulären, fotogenen Ausblicken belohnt – der Hashtag #Pasjaca ist in sozialen Netzwerken entsprechend präsent. Gastronomische Einrichtungen gibt es keine, was den Strand zum idealen Rückzugsort für jene macht, die unberührte Natur und außergewöhnlich klares Wasser suchen.
Zlatni Rat & Co.
Zlatni Rat auf der Insel Brac landete auf Platz 37. Die Zunge aus hellem Kies, die sich fast einen halben Kilometer senkrecht ins Meer schiebt, ist wohl der meistfotografierte Strand der Adria – allein auf Instagram soll er über 1,5 Millionen Mal markiert worden sein. Das renommierte Portal Big 7 Travel kürte ihn 2019 zum schönsten Strand der Welt.
Was den Strand so besonders macht: Seine Spitze verändert sich ständig unter dem Einfluss von Wellen und Strömungen, und Messungen zeigen, dass er von Jahr zu Jahr länger wird. Die charakteristische Form entfaltet ihre volle Wirkung aus der Luft, weshalb Drohnenaufnahmen und der Aussichtspunkt auf der nahegelegenen Vidova Gora längst zum fixen Besuchsprogramm gehören.
Nur zwei Ränge dahinter, auf Platz 39, findet sich Punta Rata bei Brela. Die Kiesoase auf einer geschützten Landzunge verbindet kristallklares Wasser mit dem Duft eines dichten Pinienwaldes zu einer Landschaft, die regelmäßig in den Listen internationaler Medien auftaucht. Forbes zählte ihn einst zu den zehn schönsten Stränden der Welt, die Huffington Post erklärte ihn zum Traumziel, für das sich ein spontaner Flug lohne.
Am westlichen Ende des Strandes ragt Kamen Brela aus dem Meer – ein Fels, aus dem trotzig Pinien wachsen und der längst zum Symbol dalmatinischer Naturkraft geworden ist. Dieser Teil von Brela steht seit 1964 unter Schutz. Die Aleppo-Kiefern, die direkt aus dem Stein wachsen, sorgen selbst bei größter Sommerhitze für natürliche Kühlung.
Den fünften kroatischen Platz auf der Liste belegt Sakarun auf der Insel Dugi Otok, eingereiht auf Rang 42. Der rund 300 Meter lange Sandstrand an der Nordwestküste der Insel ist für sein strahlend weißes Substrat und sein außergewöhnlich klares Wasser bekannt. In 250 Meter Entfernung vom Ufer beträgt die Wassertiefe lediglich 3,5 Meter – der Badebereich ist damit ungewöhnlich weitläufig und flach, was ihn auch für kleine Kinder geeignet macht.
Ein umliegender Pinienwald spendet im Sommer willkommenen Schatten, zwei gastronomische Einrichtungen am Strand sorgen für Erfrischung und kleine Mahlzeiten.