Eine britische Untersuchung liefert beunruhigende Erkenntnisse zur Mediennutzung von Kleinkindern und bewegt nun auch die Regierung zum Handeln. Künftig sollen offizielle Richtlinien zur Bildschirmzeit für Kinder unter fünf Jahren eingeführt werden. Grundlage der Entscheidung ist eine Erhebung mit etwa 4700 Familien, die zu zwei verschiedenen Zeitpunkten befragt wurden – zunächst als ihre Kinder neun Monate alt waren und später im Alter von zwei Jahren.
Alarmierende Studienergebnisse
Die Auswertung ergab, dass die Kleinkinder im Durchschnitt 140 Minuten täglich mit elektronischen Geräten wie Fernsehern, Tablets, Smartphones oder Spielkonsolen verbringen. Wie der „Guardian“ berichtet, stellten die Forscher einen Zusammenhang zwischen erhöhter Bildschirmzeit und eingeschränktem Wortschatz fest. Bei der Untersuchung sollten Eltern angeben, welche von 34 altersgerechten Wörtern ihre Kinder bereits beherrschten. Bei Kindern mit fünfstündiger täglicher Bildschirmzeit waren es nur 53 Prozent der Wörter, während Kinder mit geringerer Mediennutzung durchschnittlich 65 Prozent der Wörter sprechen konnten.
Internationale Bestätigung
Die britischen Ergebnisse werden durch internationale Forschung bestätigt. Eine Untersuchung aus Dänemark weist nach, dass bereits eine Stunde täglicher Bildschirmkonsum die sprachliche Entwicklung von Kindern beeinträchtigen kann. Französische Wissenschaftler kamen zu vergleichbaren Schlussfolgerungen, fanden jedoch heraus, dass der Bildungsgrad der Eltern den negativen Effekt abschwächen kann.