Novak Djokovic und Carlos Alcaraz lieferten sich gestern ein besonderes Schlagabtausch-Duell auf dem Centre Court von Wimbledon. Die beiden einzigen aktiven Spieler mit Wimbledon-Siegerkranz im Trophäenschrank absolvierten das erste offizielle Training des Jahres unter geschlossenem Dach, da Regenschauer drohten.
Nach 45 Minuten intensivem Ballwechsel trennten sich die Tennis-Giganten mit einem 5:5-Unentschieden. Die Atmosphäre zwischen den beiden Ausnahmeathleten war dabei ausgesprochen kollegial. Wie ein Reporter des englischen „Express“ beobachtete, pflegen die beiden Stars ein freundschaftliches Verhältnis und begegnen einander stets mit großem Respekt. In allen zehn Spielen gelang keinem der beiden ein Break – ein Zeichen für die Ausgeglichenheit auf höchstem Niveau.
Djokovics Freude
Im Anschluss an die Trainingseinheit zeigte sich der siebenfache Wimbledon-Champion Djokovic im Interview mit Wimbledon-TV sichtlich zufrieden: „Ich könnte nicht glücklicher sein. Als Titelverteidiger hat Carlos das Recht, seinen Trainingspartner auszuwählen. Dass er mich als Sparringspartner auserkoren hat, erfüllt mich mit Freude.“ Auf diesem Platz zu trainieren ist ein echtes Privileg. Alles ist makellos – man hat fast ein schlechtes Gewissen, diesen unberührten Rasen zu bespielen.
Der Serbe blickte auch auf sein Wimbledon-Debüt im Jahr 2005 zurück, als er nach Siegen gegen den Argentinier Monaco und den Spanier Garcia erst in der dritten Runde am Franzosen Grosjean scheiterte. „Die Plätze sind gleich geblieben, aber die Bälle sind heute deutlich langsamer als damals. Das macht es extrem schwierig, an einem Netzangreifer wie Carlos vorbeizukommen“, analysierte der Routinier.
Während Djokovic seinen achten Wimbledon-Titel anstrebt, um mit Rekordhalter Roger Federer gleichzuziehen, geht Alcaraz als zweifacher Titelverteidiger in das prestigeträchtige Rasenturnier. Die beiden Ausnahmetalente standen sich bereits in den vergangenen beiden Wimbledon-Endspielen gegenüber, wobei der junge Spanier beide Male triumphierte. Auch Alcaraz teilte nach dem Training seine Freude über die gemeinsame Einheit in den sozialen Medien und unterstrich damit die besondere Wertschätzung zwischen den Kontrahenten.
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French-Open-Finale
Djokovic kam auch auf das spektakuläre French-Open-Finale zu sprechen, in dem Alcaraz trotz 0:2-Satzrückstand und drei Matchbällen gegen sich im vierten Durchgang noch gegen Jannik Sinner triumphierte. „Ich habe nicht das komplette Match gesehen, da ich in Serbien war. Meine Frau wollte das Finale anschauen, ich eigentlich nicht“, gestand Djokovic. „Aber es war wirklich ein unglaubliches Duell. Großer Respekt an beide Spieler – eines der besten Matches, die ich je gesehen habe.„
Nach dem Training wurden die beiden Stars von Jannik Sinner und Daniil Medvedev abgelöst, wobei sich alle vier Spitzenspieler herzlich begrüßten.
Heute warten sie gespannt auf die Auslosung, die entscheiden wird, wer in der Schlussphase des Turniers aufeinandertreffen könnte.