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Eklat bei Miss Universe: Kandidatin öffentlich als “dumm” beschimpft

Miss_Mexico
FOTO: EPA/RUNGROJ YONGRIT

Die Miss-Universe-Wahl in Bangkok steht kurz bevor, doch statt glamouröser Vorfreude dominieren Kontroversen das Geschehen. In nur zwei Wochen wird in der thailändischen Hauptstadt die Krone vergeben, wobei auch die Schweizerin Naima Acosta zu den 123 Kandidatinnen zählt, die um den Titel kämpfen.

Hinter den Kulissen brodelt es bereits heftig. Beim offiziellen Schärpen-Event am Dienstag eskalierte die Situation, als Nawat Itsaragrisil, der 60-jährige nationale Direktor der thailändischen Miss-Universe-Organisation, die mexikanische Teilnehmerin Fátima Bosch öffentlich attackierte. Der Auslöser war laut regionalen Medienberichten die Weigerung der 25-jährigen Mexikanerin, ohne vorherige Rücksprache mit ihrem nationalen Direktor eine Werbe-Story auf Instagram zu veröffentlichen.

Nawat interpretierte dies als Respektlosigkeit und bezeichnete sie vor versammelter Teilnehmerinnenschaft als “dumm”. Als Fátima auf respektvolle Behandlung bestand, rief der Veranstalter den Sicherheitsdienst. Die Mexikanerin verließ jedoch aus eigenem Antrieb das Gebäude und äußerte sich emotional vor wartenden Journalisten: “Er behandelt mich ohne Respekt, nur weil er eigene Probleme hat.” Trotz des Vorfalls bekräftigte sie ihre Teilnahme am Finale am 21. November.

Solidarität unter Teilnehmerinnen

Der Eklat löste eine Welle der Solidarität aus. Mehrere Teilnehmerinnen, darunter die Vertreterinnen aus Kanada, Armenien und den Bahamas sowie die amtierende Miss Universe Victoria Kjaer Theilvig aus Dänemark, verließen die Veranstaltung aus Protest. Die Schweizer Kandidatin Naima Acosta bekam vom Vorfall nichts mit, wie Lina Poffet, die 52-jährige Präsidentin von Miss Universe Schweiz, gegenüber 20 Minuten erklärte.

Acosta hatte die Veranstaltung bereits früher verlassen, um ins Hotel zurückzukehren. Poffet selbst reist erst am Donnerstag nach Thailand, um sich ein eigenes Bild zu machen. Die Tessinerin Acosta scheint ihre Zeit in Asien dennoch zu genießen – auf Instagram teilt sie Eindrücke mit anderen Teilnehmerinnen und betont ihre Dankbarkeit, ihr Selbstbewusstsein und die Inspiration durch die anderen Frauen.

Jeden Tag sehe sie als Chance, zu wachsen, zu glänzen und die Schweiz stolz zu repräsentieren.

Anhaltende Skandale

Die Auseinandersetzung zwischen der mexikanischen Kandidatin und dem Veranstalter reiht sich in eine Serie von Skandalen ein. Anfang des Monats durchsuchten thailändische Behörden die Büroräume des Miss-Universe-Teams in Bangkok. Der Vorwurf: illegale Werbung für ein Online-Casino – ein in Thailand streng verbotenes Sponsoring.

Laut Polizeiangaben sollen einige Teilnehmerinnen gedrängt worden sein, für die umstrittene Plattform zu werben.

Auch die Schweizerin Naima Acosta war bereits in eine Kontroverse verwickelt. Bei der nationalen Auswahl in Bern im September hatte der Moderator angemerkt, die Tessinerin solle ihre Zähne korrigieren lassen. Gegenüber 20 Minuten gab Acosta der Kritik recht und erklärte: “Nur aufgrund von Lebensumständen konnte ich sie vorher nicht korrigieren lassen. Ich habe gegenüber der Organisation klargemacht, dass ich als mein wirkliches Ich ohne Anpassungen ins Finale kommen will.”

Die Miss-Universe-Organisation bot an, die Kosten für den Eingriff zu übernehmen, und Naima bestätigte: “Ich werde meine Zähne machen lassen.”