Home Aktuelles
Chaos-Transport

Notarzt-Heli landet mit Patientin im falschen Krankenhaus

Krankenhaus
FOTO: iStock

Eine 87-jährige Schlaganfallpatientin musste während eines behördlich angeordneten Notstromtests in der Uniklinik St. Pölten per Hubschrauber in ein anderes Krankenhaus transportiert werden, um eine dringende CT-Untersuchung zu erhalten.

Wie die “Kronen Zeitung” berichtet, wurde die Seniorin am 21. Jänner nach einem Sturz eingeliefert. Die medizinischen Untersuchungen deuteten auf einen Schlaganfall hin, weshalb ein CT mit Kontrastmittel notwendig war. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt fand jedoch in der Klinik eine vorgeschriebene Überprüfung der Notstromversorgung statt.

Da das CT-Gerät während des Tests aus Sicherheitsgründen abgeschaltet wurde und ein Neustart zu zeitaufwendig gewesen wäre, entschied man sich für den Lufttransport nach Amstetten. Dort bestätigte die Untersuchung den Verdacht, wodurch eine Thrombektomie (Entfernung von Blutgerinnseln) erforderlich wurde. Paradoxerweise befindet sich das Zentrum für diesen speziellen Eingriff in der Uniklinik St. Pölten selbst. Die Patientin wurde daher umgehend zurücktransportiert und noch am selben Tag operiert.

⇢ Wegen Stromausfall-Übung: Heli muss Notfall-Patientin in anderes Spital fliegen

Kritik am Vorgehen

Der Vorfall löste umgehend heftige Reaktionen aus. Laut “Krone” wurde das Vorgehen als “grob fahrlässig” bezeichnet, besonders angesichts der Tatsache, dass bei Schlaganfällen jede Minute zählt.

Verteidigung der Klinik

Die Landesgesundheitsagentur weist diese Vorwürfe jedoch entschieden zurück. In ihrer Stellungnahme betont die Landesgesundheitsagentur: “Alle geplanten Operationen wurden noch vor Beginn der Testung beendet. Akut-Operationen können auch während des Tests gemacht werden.” Der Betreiber verteidigt die Entscheidung als schnellstmögliche Lösung in der gegebenen Situation.

“Eben weil hier die Zeit zählt, wurde Diagnostik und Operation an verschiedenen Orten mit hohem Aufwand durchgeführt.”

Die Landesgesundheitsagentur bezeichnet den Ablauf sogar als “optimal”.