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Gastrostreit

Eklat wegen Speisekarte – Veganer gehen auf Wirt los

Eklat wegen Speisekarte – Veganer gehen auf Wirt los
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ein Satz auf der Speisekarte der Johannishütte in Tirol löst eine Welle der Empörung aus. Der Wirt steht plötzlich im Zentrum einer hitzigen Debatte über vegane Ernährung.

Ein Satz auf der Speisekarte der Johannishütte in Prägraten am Großvenediger sorgte für erhebliche Aufregung: „Da wir diese kleinstrukturierte Land- und Almwirtschaft erhalten wollen, kochen wir nicht vegan!“ Nach Verbreitung dieser Aussage auf Instagram sieht sich die auf 2121 Metern gelegene Hütte, die erst kürzlich mit drei Falstaff-Edelweiß ausgezeichnet wurde, mit sinkenden Bewertungen und negativen Rezensionen konfrontiert. Die Angelegenheit erregte mittlerweile auch überregionale mediale Aufmerksamkeit.

Das Falstaff-Edelweiß wird für herausragende Qualität und Regionalität in der alpinen Gastronomie vergeben – eine Auszeichnung, die die Johannishütte auch im Sommer 2025 wieder erhielt. Dem Betreiber wurde unterstellt, er hätte Veganern den Kampf angesagt – eine Darstellung, die er gegenüber der Kleinen Zeitung entschieden zurückweist. „Mir das zu unterstellen, ist der Oberwahnsinn“, erklärt der Gastronom. Von einem Konflikt könne keine Rede sein. Er habe lediglich kommuniziert, dass er abends kein veganes Hauptgericht anbiete, da ihm hierfür die Kapazitäten fehlen.

Alternativ stünden jedoch fleischlose Optionen wie Linseneintopf, Gemüsegerichte, verschiedene Salate oder Pommes zur Verfügung. Die anhaltende Kritik belastet den Hüttenbetrieb spürbar. „Wir erleben einen richtigen Shitstorm der Veganer bei den Rezensionen für die Hütte“, berichtet der Wirt.

Existenzbedrohende Kritik

Die Bewertungen seien rapide gesunken. Auch die Sektion Oberland als Eigentümer der Hütte habe bereits Kontakt aufgenommen. Der Pächter befürchtet nun, seine Position aufgrund der Kontroverse verlieren zu können.

Er vermutet eine gezielte Kampagne zur Etablierung von mehr vegetarisch ausgerichteten Berghütten. Als Beispiel nennt er die ebenfalls in Prägraten am Großvenediger gelegene Reichenberger Hütte auf 2586 Metern. Diese bietet tatsächlich ausschließlich vegetarische und vegane Gerichte an und verzichtet vollständig auf Fleischprodukte, wie aktuelle Recherchen bestätigen – ein Konzept, das einen deutlichen Gegensatz zur fleischbetonten Ausrichtung der Johannishütte darstellt.

Regionale Produkte

Sein gastronomisches Konzept zielt bewusst auf die Förderung der lokalen Wirtschaft ab. Die Speisekarte umfasst Berglamm aus Prägraten am Großvenediger, Rindfleisch aus Hinterbichl sowie Milchprodukte und Eier von Bauern aus der Region. Sogar hausgemachtes Joghurt wird angeboten. Diese konsequente Regionalität war auch ausschlaggebend für die wiederholte Falstaff-Auszeichnung.

Trotz der Anfeindungen zeigt sich der Hüttenwirt kämpferisch: In einem Facebook-Beitrag vom Dienstag kündigte er „Prägratner Berglamm mit Kartoffeln von Tiroler Gemüsebauern“ an. Unterstützung erhält er aus seiner Community. Eine Nutzerin kommentierte: „Suuuper. Gott sei Dank keine Veganhütte.“ Ein anderer Follower schrieb ermutigend: „Kopf hoch! Shitstorm kommt. Shitstorm vergeht.

Eure Qualität bleibt jedoch.“

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KO KOSMO-Redaktion
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