Mit dramatischen Worten zur Geburtenrate alarmiert der Tech-Milliardär Europa – während er selbst Millionen für Mütterversorgung streicht.
Musks Warnung
Der US-Milliardär Elon Musk hat auf seinem sozialen Netzwerk X eine Karte der europäischen Fertilitätsraten veröffentlicht und dazu einen alarmierenden Kommentar abgegeben: „Entweder beginnt Europa, große Familien zu haben, oder es wird weiter sterben.“ Mit dieser drastischen Formulierung thematisiert der Tech-Unternehmer ein tatsächlich bestehendes demografisches Problem: Die Fertilitätsrate – also die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau – liegt in den meisten europäischen Ländern deutlich unter dem Wert von 2,1, der für eine stabile Bevölkerungsentwicklung notwendig wäre.
Die von Musk präsentierte Karte zeigt unterschiedliche Fertilitätsniveaus in Europa. Einige Länder wie Kroatien, Slowenien, Frankreich, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro, Bulgarien und Moldawien weisen zwar unzureichende, aber nicht dramatisch niedrige Geburtenraten auf. Besonders hervorgehoben wird der Kosovo mit einer Rate von 1,9 – der höchste Wert in der Region und am nächsten an der kritischen Schwelle zur Bevölkerungserhaltung. Allerdings ist bei der Interpretation Vorsicht geboten, da die Datengrundlage der Illustration nicht aus verifizierbaren Quellen stammt.
Musks Familienleben
Der selbsternannte Bevölkerungsexperte Musk ist selbst Vater von mindestens 14 Kindern mit vier verschiedenen Frauen. Seine Vaterschaft begann 2002 mit seiner damaligen Ehefrau, der Schriftstellerin Justine Wilson, mit der er sechs Kinder hatte – eines davon verstarb im Säuglingsalter. Seit Jahren warnt der Unternehmer eindringlich vor dem Untergang der Zivilisation aufgrund sinkender Geburtenraten.
Widersprüchliche Handlungen
Doch Musks jüngste Handlungen stehen in auffälligem Widerspruch zu seinen demografischen Warnrufen. Im April führte seine Organisation „Department of Government Efficiency“ (DOGE) massive Kürzungen durch: Millionenbeträge für die Mütterversorgung wurden gestrichen, Unterstützungsleistungen für Schwangere, Mütter und Babys eingestellt. Diese Maßnahmen hinterließen zahlreiche Gemeinschaften ohne grundlegende Versorgungsleistungen – von Nahrungsmittellieferungen bis hin zu Beratungsangeboten für Familien in Notunterkünften.
Fachleute haben diese widersprüchliche Haltung scharf kritisiert. Wie Forbes berichtet, betonen Experten, dass die Geburtenrate nicht steigen kann, wenn gleichzeitig die unterstützende Infrastruktur für Familien abgebaut wird.
Diese Diskrepanz zwischen Musks öffentlichen Appellen und seinen tatsächlichen Maßnahmen wirft ernsthafte Fragen über die Glaubwürdigkeit seiner Warnungen auf.
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Politische Kontroversen in Europa
Musks demografische Warnungen stehen zudem in einem breiteren politischen Kontext. In den vergangenen Monaten hat der Milliardär mehrfach für Aufsehen gesorgt, indem er sich in europäische Politik einmischte. Seine öffentliche Unterstützung für die deutsche AfD im Januar 2025 und seine Aussagen gegen Multikulturalismus lösten in mehreren europäischen Ländern Proteste aus. Kritiker werfen ihm vor, mit der Verbreitung von Angst vor einem „kulturellen Aussterben“ gezielt rechtspopulistische und migrationsfeindliche Bewegungen in Europa zu stärken, während er gleichzeitig demografisches Wachstum fordert.
Zivilgesellschaftliche Organisationen sehen in dieser Kombination aus demografischen Warnungen und politischen Interventionen einen problematischen Widerspruch: Einerseits betont Musk die Bedeutung steigender Geburtenraten für Europas Zukunft, andererseits unterstützt er politische Kräfte, die häufig gegen familienfreundliche Sozialpolitik und internationale Zusammenarbeit argumentieren, die für demografische Herausforderungen notwendig wären.
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