Die Täter sind flüchtig, das Auto demoliert, die Nerven blank – für Daniel Kajmakoski reißen die Folgen seiner Entführung nicht ab.
Gut einen Monat nach der Entführung des Popsängers Daniel Kajmakoski sind die Täter nach wie vor auf freiem Fuß – und die Ungewissheit zermürbt den Künstler zusehends. Kajmakoski gewann 2014 X Factor Adria und vertrat 2015 Nordmazedonien beim Eurovision Song Contest in Wien. In der Nacht vom 7. auf den 8. Feber war Kajmakoski in Belgrad entführt worden, der Fall hatte damals für großes Aufsehen gesorgt.
Sein Anwalt Branislav Stanisic meldete sich nun mit einem ernüchternden Zwischenbericht zu Wort: „Als Helfer und Freund von Daniel Kajmakoski kann ich mitteilen, dass es bislang zu keinen konkreteren Ergebnissen hinsichtlich der Festnahme der Verdächtigen gekommen ist. Wir hoffen, dass die Polizei alle notwendigen Schritte unternimmt, damit die Täter der Justiz zugeführt werden und das Strafverfahren so bald wie möglich beginnen kann“, erklärte Stanisic laut einem Bericht des Portals Kurir.
Gezielte Planung
Besonders beunruhigend sind die Erkenntnisse, die im Zuge der Ermittlungen ans Licht gekommen sind: Alles deutet darauf hin, dass die Entführung kein spontaner Überfall war, sondern gezielt geplant und von jemandem aus dem näheren Umfeld des Sängers in Auftrag gegeben wurde. „Wir haben Verdachtsmomente, die mit bestimmten Personen zusammenhängen, die Daniel kennt und mit denen er in der Vergangenheit in irgendeiner Form Kontakt hatte“, so Stanisic.
Die eigentlichen Täter dürften demnach nicht aus der Region stammen – sie wurden offenbar für die Ausführung angeheuert. Ihr Erscheinungsbild und die Sprache, die sie verwendeten, legen nahe, dass sie aus der Türkei, aus Nordmazedonien oder möglicherweise aus Wien stammen könnten – jener Stadt, in der Kajmakoski mehr als zwei Jahrzehnte seines Lebens verbracht hat.
Finanzieller Schaden
Zu den psychischen Belastungen gesellen sich für den Sänger nun auch handfeste finanzielle Einbußen. Sein Luxus-Jeep im Wert von rund 30.000 Euro war nach der Entführung von der Polizei zur Spurensicherung einbehalten worden. Als das Fahrzeug schließlich zurückgegeben wurde, bot sich Kajmakoski ein niederschmetterndes Bild: Stoßstange, Rad, Kühler – eine ganze Fahrzeugecke war demoliert.
„Der Schaden beträgt sicher rund 5.000 Euro“, bezifferte Stanisic den Verlust. Da das Auto nicht kaskoversichert war und die Täter weiterhin flüchtig sind, bleibt dem Sänger nichts anderes übrig, als die Reparaturkosten selbständig zu tragen.