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Vertuschungsversuch?

Epstein-Bruder hält Abschiedsbrief für Fälschung

Epstein-Bruder hält Abschiedsbrief für Fälschung
FOTO: US Department of Justice
3 Min. Lesezeit |

Ein entsiegeltes Dokument, ein angeblicher Abschiedsbrief – und ein Bruder, der die ganze Geschichte für erfunden hält.

Mark Epstein, der Bruder des 2019 gestorbenen Finanziers Jeffrey Epstein, zweifelt an der Echtheit eines kürzlich entsiegelten Dokuments, das als Abschiedsbrief seines Bruders gilt. Im Gespräch mit „Business Insider“ bezeichnete er den Brief als Fälschung. „Es wäre nicht schwer, einen professionellen Fälscher zu beauftragen, einen Brief zu fälschen“, sagte Mark Epstein. „Das ist das verdammt einfachste Ding der Welt.“

Das Dokument war in dieser Woche auf richterliche Anordnung hin entsiegelt worden. Nicholas Tartaglione, ein ehemaliger Mitgefangener Epsteins, hatte angegeben, den Zettel nach einem mutmaßlichen Suizidversuch in einer Gefängniszelle in Manhattan entdeckt zu haben.

Zweifel an Echtheit

Mark Epstein hält diese Version der Ereignisse seit jeher für unglaubwürdig und ist nach wie vor überzeugt, dass sein Bruder keinen Freitod gewählt hat. Wer auch immer den Brief verfasst habe, habe sich dabei an der charakteristischen Ausdrucksweise seines Bruders orientiert, die aus veröffentlichten E-Mails bekannt sei, so Epstein. „Sie ist allgemein bekannt“, sagte er. „Sie steht in den E-Mails. Also haben sie sie mir gestohlen, damit es so klingt, als wäre er es gewesen.“

Aus einer Zeitleiste in den sogenannten Epstein-Akten geht hervor, dass die Notiz zwischen 2019 und 2020 mehrere Personen passierte, die ihre Echtheit prüfen wollten. Weder in den vom US-Justizministerium veröffentlichten Unterlagen noch in einem 128-seitigen Bericht des Generalinspekteurs zum Tod Epsteins tauchte das Schriftstück auf. Bekannt wurde es im Zuge eines Strafverfahrens gegen Tartaglione. Die „New York Times“ hatte vergangene Woche die Freigabe des Dokuments beantragt.

Auch an der bloßen Existenz des angeblichen Abschiedsbriefs ließ Mark Epstein keinen Zweifel offen. „Ich weiß nicht, ob Tartaglione diesen Brief hatte. Ich bezweifle das. Ich bezweifle, dass er ihn gefunden hat“, sagte er. „Es gab keinen Selbstmordversuch, also gab es auch keinen Abschiedsbrief.“

Vorwurf der Vertuschung

Zugleich bekräftigte er seine Einschätzung, dass Jeffrey Epstein einem Verbrechen zum Opfer gefallen sei. Als wahrscheinlichste Erklärung nannte er, dass eine dritte Person außerhalb des Erfassungsbereichs der Überwachungskameras für den Tod verantwortlich sei. Das US-Justizministerium halte eine Vertuschung aufrecht, indem es den Fall nicht als Mord behandele, sagte Mark Epstein.

Auch die Annahme, sein Bruder hätte überhaupt einen Abschiedsbrief hinterlassen, erscheint ihm wenig plausibel. „Wenn er Selbstmord begehen wollte, muss er das niemandem erklären“, sagte er.

Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de.

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KO KOSMO-Redaktion
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