Vom Schmuckmesse-Beobachter zum Dieb: Ein Kolumbianer soll Juwelen im Wert von über einer halben Million Euro erbeutet haben. Die internationale Fahndung endete in den Niederlanden.
Ein 46-jähriger Kolumbianer, der für zwei hochwertige Schmuckdiebstähle in Niederösterreich und Wien verantwortlich sein soll, wurde von Ermittlern des Landeskriminalamts Niederösterreich überführt. Der Mann steht unter Verdacht, im Februar dieses Jahres in Tulln und zwei Monate später in der Bundeshauptstadt zugeschlagen zu haben.
Bei der ersten Tat am 17. Februar drang der Täter gewaltsam durch ein aufgebrochenes Fenster in ein Wohnhaus in Tulln ein. Dort entwendete er Schmuckstücke und Bargeld mit einem Gesamtwert im mittleren fünfstelligen Bereich. Die kriminaltechnische Untersuchung am Tatort führte die Ermittler auf die Spur des Kolumbianers.
Zweiter Diebstahl
Dem Verdächtigen wird zudem ein weiterer Coup zur Last gelegt: In der Nacht zum 10. April verschaffte er sich Zugang zu einer Tiefgarage in Wien-Alsergrund, wo er das Fahrzeug eines Schmuckhändlers aufbrach. Aus dem Wagen entwendete er mehrere Koffer mit Gold- und Silberschmuck, deren Wert im mittleren sechsstelligen Eurobereich liegt. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Beschuldigte den Händler zuvor bei einer Schmuckmesse in Niederösterreich gezielt beobachtet hatte, um den Diebstahl vorzubereiten.
Festnahme erfolgt
Aufgrund der Ermittlungsergebnisse erwirkte die Staatsanwaltschaft Wien einen europäischen Haftbefehl. Der Gesuchte konnte am 13. Juli in den Niederlanden festgenommen werden und wurde am vergangenen Freitag nach Österreich ausgeliefert. Bei seiner Befragung durch die niederösterreichischen Kriminalbeamten machte der 46-Jährige von seinem Schweigerecht Gebrauch.
Er wurde anschließend in die Justizanstalt Wien-Josefstadt überstellt.