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Belästigung

Erst Strafzettel, dann Sex-Nachrichten: Polizist vor Gericht

Erst Strafzettel, dann Sex-Nachrichten: Polizist vor Gericht
FOTO: iStock/Spitzt-Foto
2 Min. Lesezeit |

Eine Verkehrskontrolle, ein Strafzettel – und dann das: Ein Polizist nutzte seine Dienstbefugnisse auf eine Art, die ihn vor Gericht brachte.

Ein steirischer Polizist ist wegen Belästigung einer Frau, die er zuvor bei einer Verkehrskontrolle angehalten hatte, zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten sowie einer Geldstrafe in Höhe von 4.800 Euro verurteilt worden. Der Vorfall trug sich am 1. April in Graz zu: Der Beamte hatte die Frau wegen überhöhter Geschwindigkeit gestoppt und ihr ein Bußgeld von 20 Euro ausgestellt. Noch am selben Abend recherchierte er ihre Handynummer im Internet und kontaktierte sie über WhatsApp mit anzüglichen Nachrichten.

Die Frau befand sich zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Freund beim Abendessen. Die Kontaktaufnahme erschien ihr zunächst so absurd, dass sie aus Neugier antwortete. Die Lage verschlechterte sich jedoch rasch, als der Polizist dazu überging, sexuell explizite Nachrichten sowie ein anstößiges Bild zu versenden.

Klares Amtsmissbrauch-Urteil

Daraufhin brach die Frau den Kontakt ab – und der Beamte ließ den Strafzettel verschwinden. Vor Gericht versuchte der Angeklagte, sein Verhalten mit einem schlechten Tag zu erklären. Sein Verteidiger verwies darauf, dass der Beamte in der Vergangenheit mehrfach dienstlich belobigt worden sei und ein solches Vorgehen nicht seinem üblichen Charakter entspreche.

Richterin Michaela Lapanje ließ diese Erklärungen jedoch nicht gelten und stellte klar, dass es sich bei dem Vorfall um einen eindeutigen Fall von Amtsmissbrauch handle. Am darauffolgenden Morgen erstattete die Frau Anzeige – aus Angst, weil der Polizist Zugang zu sämtlichen ihrer persönlichen Daten hatte. Trotz der Anzeige setzte der Beamte seine Nachrichten fort, bis die Frau ihn schließlich blockierte.

Den Strafzettel beglich die Frau letztlich selbst.

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KO KOSMO-Redaktion
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