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Digitalisierung

EUDI-Wallet: Was hinter dem geplanten digitalen Reisepass steckt

EUDI-Wallet: Was hinter dem geplanten digitalen Reisepass steckt
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2 Min. Lesezeit |

Europa digitalisiert die Brieftasche – doch die meisten wissen noch nicht einmal, dass es sie gibt.

Ab dem Jahr 2027 sollen EU-Bürgerinnen und EU-Bürger ihre zentralen Dokumente – darunter Reisepass, Führerschein und Verträge – direkt auf dem Smartphone verfügbar haben. Ermöglicht wird dies durch die sogenannte EUDI-Wallet (europäische digitale Brieftasche), eine europaweit einheitliche digitale Brieftasche.

Das Spektrum der Anwendungsmöglichkeiten geht dabei weit über das bloße Speichern von Ausweisdokumenten hinaus: Auch Zeugnisse, Versicherungsnachweise und Verträge sollen künftig gebündelt und sicher digital abrufbar sein.

Wirtschaft unter Druck

Aus der Wirtschaft kommt unterdessen deutlicher Druck, das Vorhaben zügig voranzutreiben. Mehr als 75 Unternehmen haben bereits entsprechende Absichtserklärungen unterzeichnet, um die Einführung zu beschleunigen – nicht zuletzt, weil die EU eine klare Frist gesetzt hat: Bis Ende 2026 ist jeder Mitgliedstaat verpflichtet, eine eigene digitale Identitätslösung bereitzustellen.

Österreich nimmt in diesem Prozess eine besondere Stellung ein. Die hierzulande bereits etablierte ID Austria gilt als Vorzeigemodell und soll in die europäische Gesamtlösung integriert werden. Für Wintergerst handelt es sich bei der EUDI-Wallet um eine der bedeutendsten technologischen Entwicklungen der nächsten Jahre.

Großes Informationsdefizit

Trotz dieser Relevanz zeigt sich in der Bevölkerung ein erhebliches Informationsdefizit. Einer aktuellen Umfrage zufolge hat mehr als die Hälfte der Befragten noch nie von der EUDI-Wallet gehört. Weitere 18 Prozent sind zwar mit dem Begriff vertraut, können ihn jedoch nicht einordnen.

Lediglich rund ein Fünftel weiß grundsätzlich, worum es sich handelt – und nur fünf Prozent sehen sich in der Lage, das Konzept näher zu erläutern. Wie aus einer Studie des Branchenverbands Bitkom hervorgeht, sieht dessen Präsident Ralf Wintergerst dringenden Aufklärungsbedarf.

Damit die digitale Brieftasche tatsächlich im Alltag der Menschen ankommt, brauche es vor allem mehr Information und ein gestärktes Vertrauen in die neue Form der digitalen Identität.

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KO KOSMO-Redaktion
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