Frankreich rüstet auf: Macron verkündet milliardenschweres Verteidigungsprogramm mit 50.000 Freiwilligen bis 2036 – ohne Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht.
Macron kündigte einen umfassenden Plan zur Stärkung der französischen Verteidigungskapazitäten an. „Frankreich kann nicht untätig bleiben”, erklärte der Präsident bei seiner Ansprache vor der 27. Gebirgsjägerbrigade im alpinen Varces. Das Vorhaben, für das er Kosten von zwei Milliarden Euro veranschlagte, sieht vor, im kommenden Jahr zunächst 3.000 Freiwillige zu rekrutieren. Diese Zahl soll bis 2030 auf 10.000 und bis 2036 – abhängig von der Entwicklung der Sicherheitslage – auf insgesamt 50.000 Personen anwachsen. Eine Wiedereinsetzung der 1996 abgeschafften allgemeinen Wehrpflicht schloss der französische Staatschef kategorisch aus.
Nach Abschluss ihres Dienstes stünden den Teilnehmern verschiedene Optionen offen: die Rückkehr ins Zivilleben, der Eintritt in die Reserve oder der Verbleib in den Streitkräften. Parallel dazu plant Frankreich, seinen Reservistenpool von derzeit etwa 47.000 auf 100.000 Personen bis 2030 zu erweitern.
Europäische Vorbilder
Der französische Ansatz orientiert sich nach Macrons Worten an bewährten Konzepten europäischer Partner und reagiert auf eine gemeinsame Bedrohungslage: „Der Plan ist inspiriert von den Praktiken unserer europäischen Partner … in einer Zeit, in der all unsere europäischen Verbündeten auf eine Bedrohung reagieren, die auf uns allen lastet.” Ähnliche Initiativen werden bereits in Deutschland, Dänemark und weiteren europäischen Staaten umgesetzt.
Auch die deutsche Bundesregierung hat nach intensiven Verhandlungen kürzlich ein neues Wehrdienstmodell beschlossen, das zunächst auf Freiwilligkeit setzt, jedoch die Möglichkeit einer Wehrpflicht vorsieht, falls die Rekrutierungszahlen hinter den Erwartungen zurückbleiben sollten.
Sicherheitspolitischer Kontext
Die verstärkten Verteidigungsbemühungen der europäischen Staaten stehen in direktem Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der die sicherheitspolitische Lage auf dem Kontinent grundlegend verändert hat. Gleichzeitig spiegeln diese Initiativen das Bestreben wider, angesichts der strategischen Neuausrichtung der USA unter Präsident Donald Trump eine größere militärische Eigenständigkeit zu entwickeln und die Abhängigkeit vom transatlantischen Partner zu reduzieren.
Diese Initiativen spiegeln das Bestreben wider, eine größere militärische Eigenständigkeit zu entwickeln.
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