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Falscher Arzt betrieb jahrelang Ordination

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(FOTO: iStock)

Seit Jahren hat ein 59-jähriger Steirer als Arzt gearbeitet, obwohl vom Maturazeugnis bis zu den drei Promotionsurkunden alles gefälscht war.

Der „Herr Doktor“ soll sechs Jahre lang in seinem Wohnhaus im Bezirk Leibnitz eine Arztpraxis betrieben haben, ohne das erforderliche Studium oder die Berechtigung dazu zu besitzen. Bei einer Hausdurchsuchung am Freitag wurden Urkunden, Medizingeräte, Medikamente, Rotkreuz-Jacken, ein Fahrzeug mit Blaulicht und Datenträger sichergestellt. Auch drei Promotionsurkunden und ein Maturazeugnis wurden gefunden, die nach Angaben des Verdächtigen alle gefälscht sind, berichtete die Polizei mit.

Impfungen und operative Eingriffe:
Sechs Jahre lang soll der Mann als Arzt tätig gewesen sein. Der 59-Jährige hatte in seinem Haus einen Behandlungsraum, ein Wartezimmer und auch eine Apotheke eingerichtet, sagte Christian Kroschl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz. Dort verabreichte er Injektionen, Impfungen, führte Schmerzbehandlungen und kleinere operative Eingriffe durch, außerdem stellte er ärztliche Bestätigungen aus und machte Hausbesuche.

Auslöser für ausführliche Überprüfungen des Mannes waren unter anderem eine Sachverhaltsdarstellung der Ärztekammer, außerdem soll es Anzeigen gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun schweren gewerbsmäßigen Betrugs- und Urkundenfälschung und Kurpfuscherei.

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