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DEN HAAG

Kosovarischer Ex-Präsident heute zum ersten Mal vor Gericht

(FOTO: zVg.)

Der ehemalige kosovarischer Präsident Hashim Thaçi muss heute zum ersten Mal vor dem Sondertribunal in Den Haag erscheinen.

Am Donnerstag letzte Woche wurde die Anklage gegen den Ex-Präsidenten des Kosovos bestätigt. Woraufhin er das Amt zurücklegte: „Ich werde nicht als Präsident vor Gericht erscheinen“, so Hashim Thaçi. Ihm und anderen früheren Mitgliedern der albanischen paramilitärischen Organisation UCK (Ushtria Çlirimtare e Kosovës, „Befreiungsarmee des Kosovo“) werden Verbrechen in zehn Punkten zur Last gelegt. Darunter befinden sich Mord, Verfolgung und Folter.

Thaçi bekleidete während des Kosovo-Krieges von 1998 bis 1999 das Amt des Oberkommandants innerhalb der UCK. Thaçi soll in seiner Position als Oberkommandant Verbrechen an der Zivilbevölkerung begangen haben.

Erster Gerichtstermin
Der vorgerichtliche Richter wird Thaci die Anklage vorlesen und sie fragen, ob er sich schuldig bekennen wollen, was der Angeklagten nicht tun muss. Laut Gesetz hat der Anklage das Recht, 30 Tage nach seinem Erscheinen vor Gericht, auf schuldig oder nicht schuldig zu plädieren.

Auf der Anklagebank befinden sich vier ehemalige UCK-Mitglieder, darunter auch der ehemalige Präsident des Kosovos. Bestätigt wurden Anklagegen wegen Freiheitsberaubung, Folter und Mordes, sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die von März 1988 bis September 1999 begangen wurden.

Ebenso ist der Anklageschrift zu entnehmen, dass es sich bei den Opfern um UCK-Gegner, Serben, Roma, Ashkali, Katholiken und andere Zivilisten waren, die verdächtigt wurden, mit der serbischen Regierung zusammenzuarbeiten.

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